THW: Aufbau neuer Fachgruppe geht voran

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Lintorf. Mit dem Rahmenkonzept richtet sich das THW einsatztaktisch neu aus. Dies hat auch Auswirkungen auf den Ortsverband in Lintorf. Größte Änderung war die Aufstellung einer neuen Teileinheit am 1. November 2019: der Fachgruppe Notversorgung und Notinstandsetzung (FGr N). Der Ortsbeauftrage Gerhard Gärtner fasst die ersten eineinhalb Jahre Neuaufbau zusammen: „Der Aufbau einer neuen Fachgruppe von Grund auf ist ein großer Auftrag für unseren Ortsverband. Wir haben uns dieser Aufgabe gestellt und konnten trotz der Einschränkungen durch das Coronavirus gute, sichtbare Fortschritte erzielen.“ Es gibt aber auch noch Baustellen.

Die Führungspositionen sind seit Aufstellung der Gruppe mit Nils Schwiemann als Gruppen- und Sebastian Vogler als Truppführer besetzt. Neben den beiden Führungspositionen sieht die Stärke- und Ausstattungsnachweisung (StAN) sieben Helferinnen und Helfer vor. Hinzu kommen neun Kräfte in Reserve.

Die Corona-Pandemie hat seit dem Frühjahr 2020 für Einschränkungen im Dienstbetrieb gesorgt. Seitdem waren fast durchgehend nur noch Dienste möglich, die der Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft dienen. Davon war auch die FGr N betroffen. Nur im Sommer 2020 konnten Ausbildungsdienste stattfinden.

Voraussichtlich im Frühsommer sollen die praktischen Ausbildungsdienste aufgenommen werden, um sich mit der neu hinzu gekommenen Ausstattung vertraut zu machen und den Qualifikationsstand zu erhöhen. Durch die begrenzte Anzahl an Diensten seit Aufstellung der FGr N hat noch niemand die Fachausbildung komplett durchlaufen.

Bedingt durch die personelle Situation und das eingeschränkte Lehrgangsangebot können noch nicht alle Zusatzfunktionen besetzt werden.

Während in den fast allen Ortsverbänden bundesweit die FGr N aus den Bergungsgruppen 2 hervorging, startete man in Lintorf personell und auch ausstattungstechnisch bei null.

Die FGr N hat spezielle Fähigkeiten auf den Gebieten Notversorgung und Notinstandsetzung. Sie besitzt ferner unterstützende Fähigkeiten für alle Teileinheiten des THW. „Die neue Fachgruppe ist das zentrale Serviceunternehmen des Ortsverbandes und ergänzt die Fähigkeiten der anderen Gruppen optimal“, schätzt Zugführer Kjell Heinze das Einsatzpotential ein. Die Ausstattung ist entsprechend ausgelegt.

Der erste große Schritt war die Übernahme eines Mehrzweckkraftwagen (MzKW) aus einem anderen Ortsverband im Februar 2020. Der LKW mit Baujahr 2009 steht nach einigen Instandsetzungsarbeiten und Beschaffungen zur Verfügung.

Die StAN sieht für die FGr N drei Anhänger vor. Davon ist erst einer vorhanden. Die Netzersatzanlage mit 57kVA Scheinleistung (ohne Lichtmast) stammt aus der Bergungsgruppe 2 (B), jetzt FGr Schwere Bergung, des Ortsverbands. Das Ausleuchten von längeren Strecken und größeren Flächen ist daher noch nicht möglich. Der Plattform-Anhänger zur weiteren Stärkung der Transportkapazität und ein Boot samt Hänger für Arbeiten auf und am Wasser fehlen noch. Ebenso fehlt noch der Gabelstapler mit einer Hubkraft von drei Tonnen. „Hier erfolgt die Beschaffung jeweils zentral und Geduld ist gefragt“, heißt es beim Ortsverband.

Bei anderen Sachen sind hingegen große Fortschritte zu verzeichnen. Der Ortsverband in Lintorf hat von den zusätzlichen Haushaltsmitteln, die das THW erhalten hat, profitiert. So konnte gezielt in Ausstattung der FGr N investiert werden.

Bei der Ausstattung zur Notunterbingung sind ein Zelt, fünf Satz Biertischgarnituren, 24 Feldbetten und ein zerlegbares Handwaschbecken eingetroffen. Es fehlen noch zwei weitere Zelte, Zeltzubehör, Duschzelt und Trockentoiletten.

Im ersten Jahr des Bestehens warteten mehrere Einsätze auf die neue Fachgruppe. Die Corona-Pandemie hat auch das THW Ratingen gefordert. Gefragt war immer wieder die Logistikkompetenz zur Beförderung von Schutzausstattung und damit auch die Transportfähigkeit der FGr N. Gemeinsam mit Helferinnen und Helfern sowie Fahrzeugen aus anderen Gruppen des Ortsverbandes konnten alle Einsatzaufträge für den Kreis Mettmann oder die Bezirksregierung Düsseldorf durchgeführt werden.

Aufgabenschwerpunkte für die nächsten Monate sind die Erhöhung der Zahl der aktiven Helferinnen und Helfer in der FGr N, die Qualifizierung der Kräfte in der Fachausbildung oder durch Lehrgangsteilnahmen und die Beseitigung von vorhandenen Lücken beim Material. Werkzeug- und Arbeitsschutzausstattung sind bisher nur zu einem Bruchteil vorhanden. Hier wird man versuchen, die Defizite gezielt zu beseitigen.