Probewohnen über dem KunstBüdchen

Werbung

Lintorf, Am Freitag, 28. August, 18 Uhr eröffnet im KunstBüdchen die Ausstellung Probewohnen des Berliner Künstlers Christian Hasucha. Hasucha zählt zu den bekanntesten Vertretern künstlerischer Interventionen im städtischen und öffentlichen Raum. In seinen Arbeiten verschiebt er gewohnte Alltagsstrukturen und schafft ungewöhnliche Blickwinkel auf vertraute Orte.

Für Lintorf hat er nun eine Loggia direkt über dem KunstBüdchen geschaffen. Getragen von einem gewöhnlichen Baugerüst bietet der kleine, nach hinten hin abschließbare Raum Platz für maximal acht Personen, wobei das dann schon sehr eng wird. Zur Probe kann man dort wohnen, dort einziehen, mit Blick in die Umgebung oder nach unten auf die Speestraße und ihr lebhaftes Treiben. Alle Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen diesen besonderen Ort auf Zeit zu erleben.

Ähnlich einem professionellen Buchungsportal kann die Loggia stunden- oder tageweise für einen ganz persönlichen Aufenthalt gebucht werden. Ob zum Nachmittagskaffee mit Freunden, zum Lesen und Chillen, als Coworking-Space, zum Aperitiv, zum Musizieren, zum Grillen oder zum abendlichen Ausklang kann dieses Angebot genutzt werden. Die vorhandene Möblierung beschränkt sich auf vier Stühle und einen Tisch. Denn, und das ist Programm, die Mieter haben die Möglichkeit, sich dort selbst nach ihren Bedürfnissen einzurichten und es sich dort nach Belieben bequem zu machen.

Und wie es normalerweise beim Einzug in eine neue Wohnung üblich ist, wird auch hin und wieder nach Wunsch neu gestrichen. Immer montags wird eine neue Farbe aufgetragen. Zwölf Farbtöne, vom Künstler ausgesucht, stehen zur Auswahl, bereit für diejenigen, die die darauffolgende Buchung gewählt haben.

Dass die Buchung über ein Reisebüro (Extra-Tour) erfolgt, gehört ebenso zum Konzept „Probewohnen“.
Für Passanten_innen weiter unten auf der Speestraße, als Fußgänger, Fahrrad- oder Autofahrer oder aus dem Bus heraus bietet sich ein wechselndes Bild, immer wieder verbunden mit Fragen wie: Was passiert dort? Wird das Büdchen umgebaut, aufgestockt oder ganz aufgegeben? Wer zieht dort ein? Was machen die Leute dort? …

In jedem Fall egal von welchem Standort, ob auf dem Büdchen oder unten auf der Straße gibt die Installation Anlass zum Nachdenken und regt zu Ideen an, die eher im unkonventionellen Bereich des Fiktiven angesiedelt sind. Mit diesem besonderen Projekt möchte das KunstBüdchen einen Beitrag zum Jubiläumsjahr der Stadt Ratingen leisten. Ermöglicht haben diese Installation die Gerüstbaufirma BARA, die Stadtwerke Ratingen, Malermeister Rigo Eifler, das Reisebüro Extra-Tour und viele Helfer, die an der Seite des Büdchens stehen. „Wir hoffen auf rege Teilnahme möglichst vieler Ratinger, die die Möglichkeit wahrnehmen dort zu wohnen und sind sehr gespannt auf die Erfahrungen und Eindrücke“, sagt Sabine Tünkers. Die Vernissage am Freitagabend 18 Uhr bietet Gelegenheit, mit dem Künstler ins Gespräch zu kommen und die ungewöhnliche Perspektive selbst zu erleben