Lintorf: Mit „Laut“ quer durch Lintorf

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Lintorf. „Laut“, der Name der Ausstellung im Kunstbüdchen, „SeiLeise“ der Künstlername. Da wollten am Samstagmorgen knapp 60 Lintorfer wissen, was es damit auf sich hat. Sabine Tünkers, Kuratorin des Kunstbüdchens und der Streetart-Künstler Tim Ossege alias „seiLeise“ hatten zur Bildersuche eingeladen. Ossege, der in Köln lebt und arbeitet zeigt seine Streetart in zahlreichen großen Städten. Über die Instagramseite des Kunstbüdchens kam der Kontakt zu Tünkers zustande und Ossege mit seiner Kunst nach Lintorf. Neben einer kleinen Ausstellung im Kunstbüdchen sind zahlreiche Arbeiten im ganzen Dorf verteilt, an unterschiedlichsten Plätzen und Stellen zu entdecken. In großen Städten bevorzugt er Stellen und Ecken, die sonst wenig beachtet werden und in seinen Augen den perfekten Untergrund für seine Kunst bilden. Auch in Lintorf ist er auf die Suche gegangen und hat dabei die eine oder andere wenig schön Stelle entdeckt, die mit seinen Bildern wieder ins Bewusstsein der Lintorfer und Lintorferinnen rücken wird.

SeiLeise, erstellt im Atelier mit Hilfe von Schablonen Motive auf Papier, sogenannte Paste-Ups, die anschließend auf urbane Flächen aufgeklebt werden. „Wind und Wetter setzen den Bildern zu, es ist also immer nur ein Werk auf Zeit“, erläutert Ossege vor dem Bild, das auf einem Stromkasten angebracht ist. Seine auf den ersten Blick schönen Bilder beziehen sich häufig auf das aktuelle Zeitgeschehen und regen mit Kommentaren oder kleinsten Bildkomponenten erst auf den zweiten Blick zur Diskussion an. Manchmal beeinflussen sich Untergrund und Paste-Up-Bild. So beim Zeitung lesenden Mädchen an der Wand des verkommenen Kiosks am Bahnübergang.

Manchmal landet ein Bild aber auch rein zufällig auf einer Wand, ohne einen direkten Zusammenhang. An einigen Bildern läuft man auch schon einmal vorbei, weil ein Auto davorsteht oder eine geöffnete Tür die Arbeit verdeckt. Wer sich aber alle Arbeiten „erlaufen“ will, der sollte sich auf jeden Fall die seiLeise.app herunterladen. Es ist eine neue, digitale Form der Dokumentation dieser vergänglichen Kunst. Die Google-Karte der Bildersuche führt durch Lintorf und hilft dabei die seiLeise-Werke zu finden. Entdecker können neue Funde auf einer Karte festhalten, mit anderen Street-Art-Interessierten bei der Suche um Punkte konkurrieren und wiederum andere erst zur Suche inspirieren. Über die Bilder und deren Botschaften wurde in der Besuchergruppe lebhaft diskutiert und SeiLeise entließ alle ins Wochenende mit dem Hinweis, dass inzwischen neun weitere Bilder angebracht worden seien.

Tim Ossege (SeiLeise) und Sabine Tünkers