Ratingen. Wenn im FORUM.Lotsenpunkt geschraubt, gelötet und getüftelt wird, dann ist wieder Reparaturcafé. Jeden dritten Samstag im Monat treffen sich seit einem Jahr Menschen, die Dinge wertschätzen und nicht einfach wegwerfen möchten. Vieles lässt sich mit etwas Zeit, Erfahrung und den richtigen Werkzeugen wieder instand setzen.
Von Beginn an haben engagierte Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten ihre Zeit und ihr Wissen eingebracht. Ob elektrische Geräte, mechanische Gegenstände, Holzarbeiten, Kleidung oder Fahrräder – die Helfer unterstützen dabei, nach Lösungen zu suchen und Defektes wieder nutzbar zu machen. „Wir sind keine Werkstatt, sondern ein Ort, an dem Wissen geteilt wird. Viele Besucher reparieren selbst mit und entdecken dabei Fähigkeiten, die sie sich vorher gar nicht zugetraut hätten“ berichtet ein Ehrenamtlicher, der seit Anfang an dabei ist.
Im Laufe des vergangenen Jahres wurden zahlreiche Gegenstände vor dem Wegwerfen bewahrt. Von 260 vorgestellten Gegenständen konnten nur 57 nicht repariert werden. In 160 Fällen ist die Reparatur direkt vor Ort gelungen. Alle anderen Besitzer konnten mit der Information nach Hause gehen, welche Ersatzteile eine Reparatur beim nächsten Mal möglich machen.
„Es ist jedes Mal ein schöner Moment, wenn etwas wieder funktioniert und man das Strahlen in den Augen des Besitzers sieht. Dafür lohnt sich der Einsatz“ meint ein Engagierter, der sein Wissen in mehreren Reparaturcafés einbringt.
Und auch wenn es mal nicht klappt, ist der Besuch nicht umsonst. Eine Besucherin lobt das Reparaturcafé, obwohl ihr 59 Jahre alter Mixer nicht mehr zu retten war: „Die Initiative finde ich toll und die Menschen vor Ort sind sehr freundlich, kompetent und gut organisiert.“
Alle Beteiligten sind sich einig: Es geht um mehr als um die Reparatur eines Toasters oder einer Lampe. Das Reparaturcafé schafft Begegnungen. Menschen kommen miteinander ins Gespräch, lernen voneinander und erleben, wie viel gemeinsam möglich ist.
„Vor einem Jahr wussten wir noch nicht, wie sich das Reparaturcafé entwickeln würde. Heute sehen wir die vielen engagierten Menschen, die dieses Angebot mit Leben füllen und zeigen, wie Miteinander ganz praktisch aussieht“, freut sich Katharina Müller vom FORUM.Lotsenpunkt.
Gerade in einer Zeit, in der vieles schnell ausgetauscht wird, setzt das Reparaturcafé bewusst ein anderes Zeichen. Es zeigt, dass Reparieren Ressourcen schont, die Lebensdauer von Gegenständen verlängert und einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit leisten kann. Dabei wirkt das Team des Reparaturcafés auch über das FORUM.Lotsenpunkt hinaus. Beispielsweise betreuen Ehrenamtliche die städtischen Fahrrad-Selbsthilfe-Stationen im Stadtgebiet und sorgen für deren Instandhaltung. Außerdem gibt es eine Kooperation mit der Suitbertusschule, bei der die Fahrräder der Grundschüler für die anstehende Fahrradprüfung fit gemacht werden.
Zum einjährigen Bestehen lädt das Team des Reparaturcafés alle Interessierten herzlich ein, im FORUM.Lotsenpunkt in der Düsseldorfer Str. 38 vorbeizuschauen und die besondere Atmosphäre selbst zu erleben. Am Samstag, 20. Juni, von 10 bis 13 Uhr können Besucher reparaturbedürftige Gegenstände mitbringen, den Ehrenamtlichen über die Schulter schauen oder einfach bei einer Tasse Kaffee ins Gespräch kommen.
Auch neue Unterstützer sind jederzeit willkommen. Wer Freude am Tüfteln und Reparieren hat, findet im Reparaturcafé die Möglichkeit, sich einzubringen und Teil einer engagierten Gemeinschaft zu werden.
Das Reparaturcafé ist seit einem Jahr ein Beispiel dafür, was im FORUM.Lotsenpunkt möglich wird, wenn Menschen zusammenkommen: Wissen teilen, praktische Hilfe erfahren und Gemeinschaft gestalten.
Das FORUM.Lotsenpunkt in der Düsseldorfer Straße 38 ist ein Ort für alle, unabhängig von Alter, Herkunft oder Einkommen. Dieser Begegnungsort im Herzen von Ratingen wird verantwortet vom Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Ratingen, der Katholischen Kirchengemeinde St. Peter und Paul und dem Caritasverband für den Kreis Mettmann e.V. Das Angebot wird von der Stadt Ratingen bezuschusst.

