Weiße Weihnachten in Lintorf?

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Schnee in Lintorf (Archivfoto 2021)

Bonn. Derzeit bietet sich beim Betrachten der Wetterkarte ein eher ungewohnter Anblick: Sowohl das Azorenhoch als auch das Islandtief haben ihren namensgebenden Platz verlassen und die Positionen getauscht. Das hat spannende Folgen auch für das Wetter in Deutschland.

Die Ursache für das aktuell frühwinterliche Wetter liegt in einer ungewöhnlichen Verteilung der Hochs und Tiefs. Die Wetterlage steht kopf, denn das Islandtief und das Azorenhoch haben ihre Plätze getauscht. In den meisten Fällen wird unser Wetter von einem mehr oder weniger stark ausgeprägtem Islandtief beziehungsweise Azorenhoch beeinflusst. Dass die beiden gänzlich ihre Plätze tauschen, wie sie es aktuell machen, kommt dabei eher selten vor und bringt die sonst typische Westwindzirkulation ins Stocken. In Deutschland ist es in einem solchen Fall mit einem Nord- oder Ostwind in der Regel recht kalt. Eine ähnliche Wetterlage führte beispielsweise zum kalten und schneereichen Dezember 2010. 

Winterwetter wird wahrscheinlicher

„Man spricht auch von einer sogenannten ‚High-over-Low‘ Wetterlage, die hauptsächlich im Winter vorkommt und für Mitteleuropa meist kaltes Wetter zur Folge hat. Das Hoch im Norden, in diesem Falle bei Island, blockiert dabei die milden Westwinde und drängt die Tiefdruckgebiete auf eine sehr südliche Zugbahn“, erklärt Björn Goldhausen, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline. So steht beispielsweise den Azoren aber auch dem Mittelmeerraum in den kommenden Tagen wechselhaftes und regnerisches Wetter bevor. In Deutschland setzt sich hingegen die kalte Luft fest und es schneit gebietsweise. Besonders spannend wird es ab dem dritten Adventswochenende. 

Luftmassengrenze über Deutschland möglich

Im Grenzbereich zwischen milder und kalter Luft könnte dann ein Tief von Italien her über die Alpen ziehen und in einigen Regionen Deutschlands für kräftigen Schneefall sorgen. Auch in der kommenden Woche deutet sich eine Fortdauer der Grenzwetterlage mit einer neuen Ladung Schnee an. Welche Gebiete betroffen sind, ist aber noch unsicher. Ebenso ist noch keine Vorhersage für das Weihnachtsfest möglich. Eine Milderung mit dem typischen Weihnachtstauwetter ist derzeit ebenso im Bereich des Möglichen wie eine Fortdauer des Winterwetters. Für Schneefreunde gibt es allerdings Hoffnung: Durch die aktuell winterliche Wetterlage hat sich die Wahrscheinlichkeit auf weiße Weihnachten in Deutschland immerhin etwas erhöht.