EDS: „Waffeln statt Waffen“

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Lintorf. Unter dem Motto „Waffeln statt Waffen“, das seit einigen Jahren von verschiedensten Organisationen verwendet wird, um Spenden für vom Krieg betroffene Menschen zu sammeln, verkauft die M6 der Eduard-Dietrich-Schule (EDS) in dieser Woche frisch gebackene Waffeln in der Pausenzeit. Die Idee entstand, während der Krieg in der Ukraine im Unterricht thematisiert wurde. Gemeinsam mit ihrer Klassenlehrerin Janine Kühnel haben sie überlegt, wie man als kleiner Grundschüler etwas tun kann, um den Menschen, die aus ihrem Land fliehen mussten, zu helfen. Das Motto hatte eine Kollegin im Netz gesehen und die Klasse adoptierte es sofort. In kürzester Zeit war ein Plakat für den Verkauf gemalt und Mütter gefunden, die beim Waffelverkauf helfend zu Seite stehen.

Von den Schülern wurden Listen erstellt, in denen sich jeder zum Waffelbacken oder Waffelverkauf eintragen konnte. Der Teig und die dazugehörigen Zutaten kommen von den Eltern. „Da ist einiges an logistischer Arbeit zu leisten. Wir verarbeiten in der Zeit von 9 bis 11 Uhr etwa 30 Liter Teig jeden Tag. Außerdem mussten wir den Klassenraum etwas umbauen, damit die anderen Schüler durch den Verkauf nicht zu sehr gestört werden“, erläutert Kühnel nachdem sie noch eben eine Tüte Milch aus dem Lehrerzimmer geholt hat.

Das Gedränge vor dem Seitenfenster des Klassenraumes ist groß, denn jeder und jede möchte das knusprige Feingebäck zur Frühstückpause genießen. Vor dem Fenster heißt es also geduldig in der Schlange zu warten statt, wie sonst in der Pause, unbekümmert über den Schulhof zu springen. „Das macht aber nichts“, sagt Charlotte während sie darauf wartet an der Reihe zu sein. „Die ukrainischen Kinder sind mit ihrer Mama geflüchtet und haben gar nichts mehr. Da müssen wir doch helfen“, fügt sie ernsthaft hinzu. Auch die Waffelbäcker üben natürlich Verzicht. Sie stehen eine Woche lang jeden Tag zwei Stunden im improvisierten Kiosk und verkaufen Waffeln. Die gesamte Klasse verzichtet in dieser Woche an einem Vormittag auf die heiß begehrte Stunde Freisport in der Turnhalle. „Es gab Diskussionen, aber nach einer kurzen Erklärung war allen klar: „Wer A sagt, muss auch B sagen. In den Schulalltag übertragen heißt das, wer Geld sammeln und Waffeln verkaufen will, kann nicht gleichzeitig in der Turnhalle eine Sportstunde genießen.“ Kühnel ist sichtlich stolz auf ihre einsichtige Klassengemeinschaft und hat für die kommende Woche einen kleinen Ausflug in den Wald oder zum Spielplatz mit ihnen vor.

Höhepunkt des Vormittags ist dann nach getaner Arbeit der Kassensturz, der von der ganzen Klasse mit Spannung erwartet wird. Seit Montag sind schon mehrere hundert Euro zusammen gekommen und bis zum Ende der Aktion werden es hoffentlich noch ein paar mehr. Die Kinder haben sich auch dazu schon Gedanken gemacht und überlegt wie sie das Geld einsetzen wollen. Da gibt es welche, die es an ein Haus in Düsseldorf spenden wollen, das ukrainische Waisenkinder aufgenommen hat. Andere wieder wollen auch Schulmaterial für die Kinder kaufen, die in Kürze auch an die Eduard-Dietrich-Schule verteilt werden.

Foto privat

Diese Aktion ist aber nicht die einzige, die an der EDS durchgeführt wurde. So hatten einige Schüler Steine in den Farben blau und gelb mit Friedenszeichen oder Friedenstaube bemalt und ebenfalls gegen eine kleine Spende abgegeben. Alle Schüler, Eltern, deren Familien und Freunde hatten in den ersten Märzwochen fleißig Kleider, Lebensmittel, Hygieneartikel und Medikamente gesammelt. Schülerinnen und Schüler vermerkten den Inhalt außen auf den Kartons in kyrillischer Sprache. Die Spedition Battefeld aus Wülfrath konnte am 18. März neun Paletten mit insgesamt 200 Kartons von der Schule abholen und der Palletways Deutschland GmbH übergeben, die den Transport in die Ukraine organsiert.

„Für die kommende Woche planen wir einen Eisverkauf auf dem Schulhof und auch die Sammlungen gehen weiter, da wir über die Elternschaft einen Kontakt zu einer Hilfsstelle in Polen haben „, ergänzt die kommissarische Schulleiterin Claudine Stricker, die sich sehr über die große Hilfsbereitschaft aller und den Erfolg der Aktionen freut.

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