VLH: „Dorfgespräch“ für Neandertal-Schule

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Lintorf. . Das „Dorfgespräch“ ist seit vielen Jahren ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens in Lintorf. Entstanden aus einer Kooperation des Vereins Lintorfer Heimatfreunde (VLH) mit den Lintorfer Grundschulen, verbindet das Projekt auf besondere Weise Heimatgeschichte mit lebendigem Lernen.

Ins Leben gerufen wurde das „Dorfgespräch“ im Jahr 2015 von Walburga Dörrenberg-Fleermann, die es bereits 2016 erstmals zur Durchführung brachte. Grundlage ist das pädagogische Konzept „Living History“: Geschichte wird nicht nur vermittelt, sondern aktiv erlebt. Kinder schlüpfen in historische Rollen, kleiden sich passend und präsentieren ihr Wissen direkt an authentischen Orten im Dorf.

So wird etwa am Kunstbüdchen die Geschichte eines Kioskbesitzers aus den 1950er Jahren lebendig, während am alten Friedhof ein „Steinmetz“ von vergangenen Zeiten berichtet. Diese unmittelbare Verbindung von Ort, Rolle und Erzählung macht Geschichte greifbar – und bleibt den Beteiligten wie auch den Zuschauerinnen und Zuschauern nachhaltig im Gedächtnis.

Im Jahr 2026, anlässlich des 75-jährigen Bestehens der Heimatfreunde, wurde das Projekt mit frischem Schwung neu belebt: Die Broschüre zum „Dorfgespräch“ wurde umfassend überarbeitet und im Mai 2026 im Rahmen eines „großen Dorfgesprächs“ mit allen Grundschulen erneut präsentiert. Begeisterte Kinder und zahlreiche Gäste zeigten, wie lebendig das Konzept weiterhin ist.

Ebenfalls im Jahr 2026 übernahm Stefanie Kellersmann die Leitung des Projekts. Sie führt damit das Engagement von Walburga Dörrenberg-Fleermann fort, die das „Dorfgespräch“ über Jahre hinweg aufgebaut und zur Blüte geführt hat.

Ein besonderer Schwerpunkt der Weiterentwicklung liegt auf dem Thema Inklusion. In Zusammenarbeit mit der Schule im Neandertal – Standort in Lintorf (ehemals Comenius-Schule) – wurde die Broschüre in einfache Sprache übersetzt. Dank einer großzügigen Spende der Werbegemeinschaft Lintorf konnte die Broschüre für die Schule gedruckt werden. Ziel ist es, allen Kindern einen gleichberechtigten Zugang zur Geschichte Lintorfs zu ermöglichen und Teilhabe aktiv zu fördern.

Die Vorteile dieser Kooperation sind vielfältig. Kinder unterschiedlicher Lernvoraussetzungen können gemeinsam teilnehmen, Barrieren werden abgebaut und gegenseitiges Verständnis gestärkt. Gleichzeitig verbringen die Schülerinnen und Schüler viel Zeit an den Orten, die sie erforschen, und entwickeln so eine tiefere Bindung zu ihrer Umgebung. Das Projekt fördert soziale Kompetenzen, stärkt das Selbstbewusstsein und macht Inklusion im Alltag erlebbar.

Die Übergabe der neu gestalteten Broschüren an die Schule markiert einen weiteren wichtigen Schritt in dieser Entwicklung. Die Broschüren wurden an die „Waschbären“-Klasse übergeben. Die Klassenlehrerin, bedankte sich sehr herzlich: „Die Kinder haben mit viel Liebe die ‚DANKE‘-Buchstaben gestaltet. Wir freuen uns darüber, Teil der lebendigen Gemeinde Lintorf zu sein und mit den Kindern ‚ihr‘  Dorf zu erkunden und uns aktiv im ‚Dorfgespräch‘ einzubringen.“

So wurde die Zusammenarbeit besiegelt – ein Zeichen dafür, dass das „Dorfgespräch“ auch in Zukunft Menschen zusammenbringen und Geschichte lebendig vermitteln wird.

So bleibt das Projekt nicht nur ein Blick in die Vergangenheit, sondern zugleich ein Beispiel für modernes, gemeinschaftliches Lernen: offen, kreativ und inklusiv.

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