Ukrainische Schüler beginnen nach den Ferien am KGL

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Lintorf. Anmeldungen im April? Das gab es so auch noch nicht am Kopernikus-Gymnasium Lintorf (KGL). Aber es sind auch besondere Zeiten: Nach den Osterferien beginnt eine neue Klasse ihren Unterricht am KGL. Dafür wurden nun 20 Jugendliche zwischen 15 und 16 Jahren angemeldet. Diese Jugendlichen sind häufig mit ihrer Mutter, manche aber auch ganz allein dem Krieg in der Ukraine entflohen und nach Ratingen gekommen. Hier wohnen sie nun in Flüchtlingsunterkünften oder sind privat untergekommen. Am Anmeldetag war der erste Eindruck häufig sehr positiv. Viele freuen sich darauf, schnell ein bisschen Alltag zu bekommen. Auch den Helfern aus Kollegium und Elternschaft merkte man sichtlich an, dass die Aufnahme der jugendlichen Kriegsflüchtlinge ein bewegendes Ereignis war, aber auch, dass es gut tat, endlich direkt helfen zu können.

Dass dieser Tag so reibungslos ablief, lag vor allem an der tatkräftigen Unterstützung von Eltern, Förderverein und ortsansässigen Unternehmen. Zwei Schülermütter standen als Dolmetscherinnen zur Verfügung. Sie sorgten dafür, dass die Kommunikation schon am ersten Tag reibungslos funktionierte.

Auch die Schulpflegschaft und der Förderverein haben sich intensiv darum bemüht, den neuesten Schülern am KGL einen guten Start zu ermöglichen. So haben sie die Unternehmen und Firmen in der Umgebung um Sachspenden gebeten – und die gaben reichlich: So bekommt jeder neue Schüler und jede neue Schülerin einen Sportbeutel mit einer Trinkflasche von Intersport Egenberger, Schreibmaterial von Schreibwaren Kellermann, eine weitere Trinkflasche von den Stadtwerken Ratingen und zudem gibt es eine Auswahl von hochwertigen Rucksäcken und Federmappen von Lederwaren Geffers und Sport Egenberger, die entsprechend nach Bedarf vergeben werden können. Für Pausen und die Freizeit liegen allerlei Bälle, Frisbees und Co. aus dem Bestand des genannten Sportgeschäftes bereit. Auch der TuS Lintorf hat seine Unterstützung für die Freizeitgestaltung angekündigt, sollte dies gewünscht werden. „Die Schulgemeinschaft dankt an dieser Stelle allen herzlich für die großzügige und unbürokratische Hilfe“, heißt es in einer Pressemitteilung des Gymnasiums.

Der Unterricht wird in einer eigenen Klasse stattfinden. Den Unterricht übernehmen Kollegen, die gezielt für Integration und Deutsch als Zweitsprache ausgebildet sind. Eine Information auf Ukrainisch über die wichtigsten Dinge im Gebäude und die Schulregeln hat der Ansprechpartner für die neuen Schüler, Benedikt Sunderhaus, bereits angefertigt.

Auch aus der Schülerschaft kamen bereits die ersten Angebote: So könne man doch sicherlich mit den neuen Mitschülern gemeinsam Sportunterricht machen, denn hier könne man auch ohne gemeinsame Sprachkenntnisse kommunizieren und sich kennenlernen. Auch haben einige Schüler schon festgestellt, dass die meisten Ukrainer gut Englisch sprechen, sodass einer schnellen Kommunikation nichts im Wege steht. Klar ist aber auch, dass viele neue Schüler erst einmal Zeit brauchen werden, um anzukommen und zu verarbeiten, was sie erlebt haben. Alle Beteiligten sind dankbar, einen kleinen Teil beitragen zu können, um die Jugendlichen am KGL willkommen zu heißen.

Schulpflegschaft Eva Korbmacher (links) und Bettina Anders (rechts) mit der Unterstufenkoordinatorin Angela Müller Dewald (Mitte) (Foto: privat)