Lintorf. Wenn Clown Locke und Herr Rasch im Haus Salem Lintorf über den Flur ziehen, gibt es keinen Vorhang, kein Scheinwerferlicht und keinen Applaus auf Kommando. Stattdessen sind da Bewohner, die überrascht aufblicken, lächeln, mitsingen und für einen Moment aus ihrer Demenz gerissen werden. Die Lampisten haben einen ganzen Nachmittag die Besuche der Clowns im Haus Salem und die Einsätze einer Klinikclownin auf der Kinderstation des Florence-Nightingale-Krankenhauses filmisch begleitet. Gezeigt wird das Ergebnis am 22. August beim Lintorf Open Air (LOA) auf großer Leinwand. Es zeigt, wohin der Erlös des LOA 2026 geht: zweckgebunden an die „Clownsvisiten“ der Förderstiftung der Diakonie Düsseldorf-Kaiserswerth.
Damit ist vor dem ersten Ton Musik auf der Bühne an der Jahnstraße klar, worum es den Lampisten geht: Feiern für den guten Zweck. Und das Konzept geht auf, denn die Karten sind auch im sechsten Jahr heiß begehrt. Bereits in den ersten zehn Tagen des Vorverkaufs wurden mehr als 500 der 1000 Tickets verkauft. „Das ist das rekordverdächtig“, so Melanie Meyer, Vorsitzende der Wagenbauer des Ratinger Karnevals, die sich auch außerhalb des Karnevals engagieren. Es sei vor allem ein Signal der Ratinger, dass die Idee des Benefizfestivals auch in wirtschaftlich angespannten Zeiten nichts von seiner Zugkraft eingebüßt hat. Die Rückmeldungen von Unterstützern, Sponsoren und Besuchern seien überragend, sagt sie.
Das LOA ist ein ehrenamtlich getragenes Projekt, das zeigt, was in einem Stadtteil entstehen kann, wenn Menschen Hand in Hand arbeiten, Verantwortung übernehmen und Kultur und Brauchtum mit sozialem Engagement verbinden. Hinter dieser Idee stehen die 19 Mitglieder des Vereins Die Lampisten e. V., die seit Wochen planen, organisieren, entwerfen, abstimmen und werben. Vieles geschieht nach Feierabend, oft am Wochenende und immer mit dem Anspruch, ihrer Heimat etwas zurückzugeben, weiß Gründungsmitglied Daniel Georg. Er und Meyer kümmern sich um das Marketing.
Ein weiteres Gesicht dieser Arbeit ist Andreas Kaufmann. Der Geschäftsführer zeichnet sich erneut für das Booking verantwortlich und hat wieder vier Bands verpflichtet, die dem Abend ein breites musikalisches Profil geben sollen: Gemini, die Schlagerschlampen, Emmie Lee & Band und die Slow Riders. Kaufmann setzt auf handgemachte Livemusik, regionale Nähe, Partytauglichkeit und Nachwuchsförderung. Der Early Bird für den Nachwuchs gehört ausdrücklich zum Konzept. „Wer bis 17.30 Uhr kommt, bekommt ein Getränk und einen Snack im Gegenwert von 8 Euro“, erklärt er.
Im Mittelpunkt steht beim LOA die Gemeinschaftsleistung. Besonders ist für die Lampisten, dass die Ratinger Lions, das Deutsches Rotes Kreuz und die Schützenbruderschaft Lintorf das Projekt am Veranstaltungstag aktiv mittragen, gemeinsam den Grillstand betreiben und die Lions den Erlös des Konzerts in diesem Jahr um 3000 Euro aufrunden. Das sei nicht selbstverständlich und zeige den starken Zusammenhalt in der Stadt, sagt Meyer dankbar.
Damit die Gäste einen Abend erleben, der in Erinnerung bleibt, arbeitet das Technikteam um den zweiten Vorsitzenden Niklas Golz und Kaufmann seit Wochen an der Weiterentwicklung des Formats. „Es wird größer, wir wollen unseren Gästen etwas bieten, denn nur so geht das Konzept von ‚tue Gutes und feiere‘ auf“, so Golz. Das bedeute eine stärkere Wirkung der Bühne, neue technische Akzente, eine ausgeprägtere visuelle Inszenierung und mehr Präsenz für die Inhalte, die über die Musik hinaus transportiert werden sollen, unterstreicht Max Julius Wertebach, der ebenfalls ein Gründungsmitglied des Vereins ist.
Und es gibt noch mehr Lampisten, die im Hintergrund aktiv sind, damit am 22. August der Sportplatz zum Festivalgelände wird. In der Werkstatt der Lampisten an der Wedauerstraße wird an einem überdimensionierten Schriftzug gearbeitet, der als Fotokulisse dienen soll. Nicole van der Lest, Rebacca Overmans, Conny Kaltenborn, Sascha Peters sägen, schleifen und kleben. Meyer arbeitet an einer Skulptur in Düsseldorfer Leichtbau, einem Ratinger Löwen.
In den vergangenen fünf Jahren konnten die Lampisten insgesamt 112.500 Euro spenden. Für einen ehrenamtlich getragenen Verein ist das eine Summe, die deutlich macht, dass aus lokaler Initiative und viel persönlichem Einsatz ein belastbares Benefizmodell geworden ist.
Die Lampisten haben nicht nur ein Konzert ins Leben gerufen, sondern Vertrauen aufgebaut bei Einrichtungen, Unterstützern und einem Publikum, das weiß, dass hinter dem Ticketpreis ein echter Mehrwert für andere steckt. Vielleicht ist genau das das Erfolgsgeheimnis des LOA. Wenn am 22. August auf dem Sportplatz Jahnstraße um 16.30 Uhr die ersten Akkorde erklingen, wird nicht nur ein Festivaltag eröffnet, sondern auch sichtbar, was 19 Ehrenamtliche in monatelanger Arbeit geschaffen haben.
Lintorf Open Air (LOA 26)
Sportplatz Jahnstraße, Ratingen‑Lintorf
Samstag, 22. August, Beginn 16.30 Uhr
Vorverkauf
Metzgerei Bensberg, Kreuzfeld 1 / Speestraße
Optik Kögler, Lintorfer Markt 7
L. Marie, Wallstraße 21
sowie online unter www.lintorf-open-air.de
Preise
Ticket: 28 Euro
Early‑Bird für Nachwuchs: Wer bis 17.30 Uhr kommt, bekommt ein Getränk und einen Snack im Gegenwert von 8 Euro
Kinder bis 14 Jahre in Begleitung eines Erwachsenen: frei
Programm
Live‑Musik mit Gemini, Schlagerschlampen, Emmie Lee & Band und Slow Riders.Benefizzweck
Erlös 2026 zugunsten der Kinderclowns auf der Kinderstation des Florence-Nightingale-Krankenhauses und der ROTEN NASEN im Seniorenheim Haus Salem Lintorf

