Lintorfer: 2G beim Frisör ist gut

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Lintorf. Am vergangenen Samstag berichteten wir, dass ein Lintorfer es unverständlich findet, dass ein Frisör nur Kunden mit 2G-Nachweis bedient („Nur mit 2G zur neuen Frisur?„). Der Artikel führte zu zahlreichen Reaktionen unserer Leser. Die Mehrheit versteht die Haltung des Frisörs und befürwortet sie.

„Nur Geimpfte ins Geschäft! Ich gebe dem Frisör recht“, schreibt Eva Mingers kurz und knapp der Redaktion.

„Ich kann den Frisör verstehen, er arbeitet körpernah am Kunden. Warum soll er sich freiwillig diesem Risiko aussetzen“, schreibt der Redaktion eine andere Leserin, die ungenannt bleiben möchte. Der Frisör verzichte zum Wohle seiner Mitarbeiter auf Geld. Dieser Frisör habe Respekt verdient.

„Ich finde es völlig in Ordnung, wenn ein Frisör von seinem Hausrecht Gebrauch macht und die Corona-Regeln für sein Geschäft verschärft“, so Michael Grünenklee. Der Frisör sei zumindest moralisch für die Gesundheit seiner Mitarbeitenden und Kundschaft verantwortlich. Wenn er meine, dass er dieser Verantwortung nur mit 2G oder vielleicht sogar 2G+ nachkommen könne, solle er das machen, so Grünenklee. Allerdings müsse die verschärfte Regel dann auch für die Mitarbeitenden und nicht nur für die Kundschaft gelten.

„Ich war etwas über ihrem Artikel verwundert“, schreibt Gabriele Schmidt der Redaktion. Der Lintorfer solle lieber einfach einmal über die vielen Krankenschwestern und Altenpfleger berichten, die am Limit gehen, als Impfgegnern eine Plattform zu bieten. „Vielleicht sollten Sie auch über die ganzen Existenzen schreiben, die kaputt gehen, weil der Handel brach liegt.“ Das liege aber nicht daran, dass manche 2G in ihren Geschäften anwenden, sondern an der zu geringen Impfquote.

Dass die Coronaschutzverordnung Frisöre von der 2G-Regel für körpernahe Dienstleistungen ausnimmt, ist für viele Leser des Lintorfers nicht nachvollziehbar. Die Ausnahme von körpernahen Dienstleistungen in der Medizin sei verständlich. Da ginge es um die Gesundheit der Menschen. Aber ein Frisörbesuch sei nicht lebenswichtig und könne auch bis nach der Impfung verschoben werden.

Aber es gibt auch andere Stimmen, zumindest auf Facebook. Dort wird vor allem kritisiert, dass bei der gesamten Diskussion vergessen werde, dass auch Geimpfte das Virus übertragen könnten. Es wird betont, dass negativ Getestete einen wesentlich größeren Schutz gewähren würden.

Die Redaktion, die bereits die Auffrischungsimpfung hinter sich hat, meint, dass die Impfung wichtig ist, um die Pandemie besiegen zu können. Ein Test, wenn man etwa die Familie an Weihnachten besucht, hilft sicher, das Risiko für alle zu senken.

Foto: Pixabay