Küche: Mut zum Scheitern

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Lintorf. Es gibt diese Wochen, da hat man keine Lust einzukaufen und erst recht keine Lust zu kochen. Woher also ein Rezept für die Wochenendrubrik nehmen? Da sind Instagram-Reels (kurze Videos) mit Easy-peasy-Rezepten manchmal die Rettung. Da liest man dann von super leckerem Tassenbrot, das in ein paar Minuten in der Mikrowelle gezaubert wird und mit Konfitüre bestrichen auch noch ganz, ganz köstlich schmeckt.

Also die Zutaten (Haferflocken, Mehl, Ei, Salz, Backpulver und Milch) zusammengesucht und nach Reel-Anleitung in den vorgegebenen Mengen zusammengemischt. Statt der großen Tassen auch einfach mal ein Soufflé-Förmchen gefüllt, kurz ruhen lassen und beides dann nacheinander, wie vorgeschrieben, für zweieinhalb Minuten in der Mikrowelle gegart.

Was soll ich sagen? Aufgegangen ist die Chose, aus der Form oder Tasse ließ sie sich auch lösen. Aber fluffig und köstlich? Nein, leider ganz und gar nicht. Hm, was ist denn da wohl falsch gelaufen? Heißt es doch im Filmchen: „Diese Tassen-Brötchen sind perfekt, sie sind nicht kross sondern ganz weich und fluffig.“ Alles also noch einmal auf Anfang: Rezept erneut gelesen, Mengen und Anweisung doppelt kontrolliert, Backzeit minimal verkürzt und dann gespannt auf die zweite Ration Brötchen gewartet.

Auch der zweite Backversuch ging nicht zu unserer Zufriedenheit aus. Das „Tassenbrötchen“ war nach wie vor recht trocken und hart. Wegen der enthaltenen Haferflocken schmeckte es ein wenig wie gebackene Rauhfasertapete. Das „Brötchen“ aus der Soufflé-Form war etwas weicher, hatte dafür aber eine gummiartige Konsistenz. Unser Fazit: Selbst viel Marmelade oder Nutella machten aus diesem „Wunderwerk“ keine Gaumenfreude. Wir haben also vergebens in der Küche gewerkelt und statt eines schönen Rezeptes gibt es heute nur die Einsicht, dass nicht alles, was schnell geht und viele Zuspruch im Netz bekommt, auch tatsächlich nachgemacht werden sollte.