Keine Geburten mehr im Marienkrankenhaus

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Ratingen. Bereits seit dem 1. August waren keine Geburten am Sankt Marien-Krankenhaus mehr möglich, nun wird die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe zum 31. Dezember 2022 geschlossen.

Geschäftsführer Alexander Hammer erläutert die Situation: „Die Entscheidung schmerzt uns sehr. Aber der anhaltende Personalmangel bei den Hebammen und auch die niedrige Zahl an Geburten in unserem Haus zwingen uns zu diesem dramatischen Schritt.“

In den vergangenen Wochen und Monaten habe das Krankenhaus sich um den Fortbestand der Geburtshilfestation bemüht. Gerade als christlicher Träger sei die Entscheidung sehr schwergefallen, aber die fortwährenden strukturellen Schwierigkeiten ließen keine andere Wahl. „Unser Anspruch und medizinischer Auftrag ist es, jederzeit eine sichere und zuverlässige Versorgung der Schwangeren zu gewährleisten. Dazu sehen wir uns leider nicht mehr in der Lage“, erklärt der Geschäftsführer.

Daher bleibt der Kreißsaal bis Ende des Jahres weiterhin geschlossen. Umso größer sei der Respekt vor den Mitarbeitenden, die in den vergangenen Monaten alles Menschenmögliche gegeben hätten, um den Betrieb überhaupt aufrecht erhalten zu können. „Daher ist es jetzt unsere Aufgabe, eine tragfähige Lösung für unsere Mitarbeitenden zu finden und ihnen eine berufliche Perspektive zu bieten“, so Hammer.

Trotz der Schließung der Gynäkologie und Geburtshilfe ist die Versorgung für alle Frauen in der Umgebung gesichert.  Im Umkreis von 30 Kilometern befinden sich 34 Krankenhäuser mit einer Fachabteilung für Geburtshilfe. „Dennoch schmerzt uns das Aufgeben dieser Tradition am Sankt Marien-Krankenhaus sehr“, bedauert Hammer.