EDS: 1300 Euro für jugendliche Flüchtlinge gesammelt

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Lintorf. Große Aufregung herrschte Donnerstagmorgen unter den Schülern und Schülerinnen der M VI an der Eduard-Dietrich-Schule (EDS). Das mit dem Waffelbacken erwirtschaftete Geld, die stattliche Summe von 1300 Euro, sollte an eine kleine Abordnung der Kinder und Jugendlichen aus der Ukraine übergeben werden. Acht Jugendliche und zwei kleinere Kinder eines Betreuers sind seit dem 11. März in Düsseldorf und werden dort vom Sozialen Dienst der Kaiserswerther Diakonie betreut. André Eisbrenner, Mitarbeiter des Sozialen Dienstes Jugend und Familie, hatte Peter, Esther und Lydia aus Odessa mitgebracht.

Natürlich gab es nur einen symbolischen Scheck und von einem Schüler nachgebastelte Euroscheine zur Übergabe, denn das Geld wird vom Konto des Schulfördervereins auf das Spendenkonto der Kaiserswerther Diakonie überwiesen. Esther und Peter als Betreuer der Jugendlichen waren sichtlich gerührt über die große Summe und das Engagement der Grundschüler.

Bereitwillig antworteten die beiden auf die vielen Fragen, die aus der Klasse von Janine Kühnel kamen. Am wichtigsten natürlich die Frage, was mit dem Geld gekauft werden wird. „Als erstes brauchen alle neue Kleidung für den kommenden Sommer und ein Teil des Geldes wird in die Ukraine geschickt, wo noch eine zweite Gruppe Jugendlicher in einer Einrichtung der Organisation „Good beginning“ lebt“, übersetzte Eisenbrenner Peters Antwort. Daraus ergaben sich natürlich direkt die nächsten Fragen nach dem Fluchtweg und der Situation der zweiten Gruppe.

Esther erklärte dann ausführlich, dass sie mit zwei Autos von Odessa über Moldawien, Rumänien, Ungarn und Österreich bis nach Deutschland gefahren sind und dafür mehr als eine Woche gebraucht hätten. Die zweite Gruppe habe zunächst in der Ukraine bleiben wollen, denn einige der männlichen Jugendlichen sind inzwischen volljährig und dürfen nicht mehr ausreisen.

Die gut informierten Schüler und Schülerinnen griffen diese Aussage sofort auf und fragten nach, ob die jungen Männer denn nun als Soldaten in den Krieg müssten. „Noch leben sie in ihrer Einrichtung, aber wenn sie von der Regierung einberufen werden, müssen sie in den Krieg ziehen“, lautete Peters Antwort auf englisch, die Eisenbrenner dann für alle übersetzte.

Aus der Klasse kam dann zum Abschluss noch die Information, dass weitere Pausenaktionen wie Eis- und Kuchenverkauf an der Schule stattfänden, um weiterhin Geld zu sammeln. Kühnel bat darum, dass vielleicht einmal konkret benannt würde, was für die Gruppe noch angeschafft werden könne.

Eisenbrenner erklärte daraufhin, dass es der Gruppe natürlich an vielem mangele. Sie würden einmal gemeinsam überlegen, was fehlen würde und was vielleicht von der Klasse organisiert werden könnte. Mit den Wünschen für baldigen Frieden und die Möglichkeit wieder nach Hause zu können, wurden die Besucher und Besucherinnen verabschiedet, die sich noch einmal ganz herzlich für den Scheck bedankten.