CDU: Open Data Portal der Stadt muss kostenlos nutzbar sein

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Ratingen. Die Stadt plant, die von ihr gesammelten Daten auf einem Open Data Portal nutzbar zu machen. Die CDU begrüßt diesen Ansatz ausdrücklich, mahnt allerdings, dass Ratingen mit einer Bepreisung keinen Alleingang unternehmen darf.

Die Digitalisierung in Ratingen schreitet voran: Das neue Ratsinformationssystem ist seit Ende der Sommerferien aktiv; Ende des Jahres sollen mit dem Service Portal der Stadt viele Dienste des Bürgerbüros auch online verfügbar sein. Doch Digitalisierung, so die Überzeugung der CDU, geht deutlich über die Service-Angebote für die Bürgerschaft und eine papierlose Verwaltung hinaus. Deswegen waren die Christdemokraten hoch erfreut, als die Verwaltung in der letzten Sitzung des Digitalausschusses (DigA) Pläne vorstellte, als Stadt Ratingen ein Open Data Portal aufzusetzen.

Open Data ist vermutlich nicht jedem ein Begriff: Grob gesagt versteht man darunter die Bereitstellung von städtisch erhobenen, nicht personenbezogenen Daten für die Öffentlichkeit, damit diese sie weiter verwerten kann. Die Nutzungspotenziale sind dabei fast unbegrenzt, von wissenschaftlichen Arbeiten über die Entwicklung von Apps bis hin zu Nutzung in Lerneinrichtungen ist alles möglich. Üblicherweise bedienen sich App-Entwickler, Universitäten, Schulen und Wirtschaftsbetriebe solcher Informationen. Das Verfahren, diese Daten in einem Portal zusammenzufassen, ist in vielen Städten bereits gängige Praxis, Nutzungsbeispiele gibt es beispielsweise aus Berlin und Moers – hier wurden schon konkrete Projekte auf Basis der zur Verfügung gestellten Datensätze umgesetzt. Auf der Web-Site der Stadt Moers finden sich beispielsweise Verkehrsdaten, die Trinkwasseranalyse oder auch Geodaten zu den Stolpersteinen in der Stadt.

„Mit der Bereitstellung geben wir sozusagen den Bürgerinnen und Bürgern die Daten, welche die Stadt für sie erhebt, wieder zurück“, so Tatjana Pfotenhauer, CDU-Ratsfrau und Mitglied im Digitalausschuss. Was dann daraus entwickelt wird, kann auch der Stadt und der Bevölkerung dienlich sein. „Ein einfaches Beispiel wären Apps, die städtische Daten als Basis nutzen. In Berlin wurde beispielsweise aus dem Baumkataster ein Portal gebaut, mit dem die Bevölkerung die Stadtbäume einsehen, den Wasserbedarf nachvollziehen, sie „adoptieren“ und auch als gegossen markieren kann“, erklärt Holger Tappert, CDU-Ratsherr und Sprecher im Digitalausschuss.

Irritiert waren die CDU-Mitglieder im Digitalausschuss nach der Vorstellung des Stadtamtes von den Gedankenspielen der Bürger-Union. „Die BU äußerte die Idee, dass die Datennutzung des städtischen Portals kostenpflichtig sein soll. Das muss unter allen Umständen verhindert werden“, so Pfotenhauer. Es ist im Kosmos der Open Data gängige Praxis, dass die Nutzung für Dritte kostenlos ist. Die Erhebung von Gebühren würde den Anreiz, die entsprechenden Daten zu verwenden, zunichtemachen.

Als Reaktion auf diese Überlegungen hat sich die CDU nun mit einem Antrag hinter die Verwaltung gestellt und unterstützt die Stadt in ihrem Anliegen. Neben der Bereitstellung der städtisch erhobenen Daten im entsprechenden Portal regt die CDU an, auch aktiv an städtische Institutionen wie die VHS, die Schulen oder das Gründerhaus heranzutreten und für die Nutzung zu werben. „Mit den vorhandenen Datensätzen haben wir einen großen Wissensschatz, den wir aktiv vermarkten sollten“, sind sich Pfotenhauer und Tappert einig.