„100 Jahre Dr. Mabuse“ im Filmmuseum

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Düsseldorf. Im Jahr 1922 erschuf der weltbekannte Regisseur Fritz Lang die Stummfilme „Dr. Mabuse, der Spieler 1“ und „Dr. Mabuse, der Spieler 2“ und eröffnete damit das Kinozeitalter des Thrillers und Gangsterfilms. Beide Teile ergänzen sich zu einem Gesamtwerk. In der Black Box werden beide Teile am Samstag, 19. November, 20 Uhr und Samstag, 20. November, 15 Uhr als Wochenend-Doppelprogramm gezeigt. Der Stummfilm-Zweiteiler wird an der historischen Welte-Kinoorgel live begleitet.

Wilfried Kaets und Norbert Krämer begleiten an der Kinoorgel und am Schlagwerk mit bewusst neuen Tönen. Sie bewegen sich trotzdem nah an der dramatischen Vorlage und arbeiten auch mit experimentellen Klangfarben sowie Rhythmen und Melodien, die die verstörende Atmosphäre des Stummfilmklassikers aufgreifen und emotionalisieren.

Dr. Mabuse ist Wahnsinniger und Superverbrecher zugleich. Seine Wandlungsfähigkeit macht ihn zum unfassbaren „Mann mit den 1000 Gesichtern“, seine hypnotischen Fähigkeiten machen seine Gegenüber gefügig. Er strebt die Weltherrschaft an. Mit dieser Adaption eines Fortsetzungsromans markierte Lang den Übergang vom deutschen Expressionismus zur Neuen Sachlichkeit.

In beiden Teilen verdichtet Fritz Lang den Stoff des Kolportageromans zu einem „Bild seiner Zeit“. Er definiert die deutsche Gesellschaft als vergnügungs- und sensationslüstern, übersättigt und überreizt, die zu einem willfährigen Opfer von Dr. Mabuse wird. Parallel bedient sich Lang spürbar genüsslich auch all jener Sensationen, die ihm das Medium Film für die formale Umsetzung eines solchen Unterhaltungsromans bereitstellte: lange Einstellungen werden durch Dramatik erzeugende Kreisblenden aufgelockert; Doppel- und Mehrfachbelichtungen, einmontierte Schriften und Signale sowie Zeitraffer-Manipulationen unterstreichen die wahnsinnigen Taten Mabuses ebenso wie die beeindruckenden Kostüme, mit denen er sich unkenntlich macht.

Am darauffolgenden Wochenende zeigt das Filmmuseum Fritz Langs „Das Testament des Dr. Mabuse“ (Samstag, 26. November, 19 Uhr, und Sonntag, 27. November, 15 Uhr) aus dem Jahr 1933. Zehn Jahre nach „Dr. Mabuse, der Spieler“ wird Dr. Mabuse wieder aktiv. Aus seiner tristen Zelle eines Sanatoriums zieht er die Strippen und baut eine perfekt organisierte Verbrecherorganisation auf. Sein Ziel ist dabei nicht mehr nur Reichtum, sondern die Macht innerhalb des Staates.

Zudem wird Fritz Langs letzte Regiearbeit aus dem Jahr 1960 gezeigt: „Die 1.000 Augen des Dr. Mabuse“ (Samstag, 26. November, 21.15 Uhr, und Sonntag, 27. November, 17.30 Uhr). Im Gegensatz zu seinen Mabuse-Verfilmungen der Weimarer Republik verfolgte der Regisseur in seinem letzten Dr. Mabuse Film weniger politische oder stilistische Ambitionen, sondern erzählte eine düstere, realistische Geschichte, fast im Wochenschaustil. Dennoch finden sich in der Handlung politische Implikationen: Aspekte des Überwachungsstaats und der Orwell‘schen Big-Brother-Thematik.

Der Eintritt ins Kino kostet sieben Euro, ermäßigt fünf Euro, mit Black-Box-Pass vier Euro. Der Eintritt für Stummfilme beträgt neun Euro, ermäßigt sieben Euro, mit Black-Box-Pass sechs Euro. Karten können telefonisch unter 0211-8992232 reserviert werden.