Wolf, Wild und Wein: Lausitzer Seenland

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Senftenberg/Lausitz (tpr). Einst Braunkohlerevier, heute Wasser- und Naturparadies: Das Lausitzer Seenland, rund 150 Kilometer südlich von Berlin, hat eine spektakuläre Metamorphose hinter sich. Wo einst rund um die Uhr Tagebaue lärmten, kreuzen heute Segelboote, rasten Kraniche und gedeihen Weintrauben. Der Herbst ist die perfekte Zeit, die junge Region und ihre spannenden Naturräume mit kundigen Gästeführern zu entdecken. Die schönsten herbstlichen Touren- und Erlebnisangebote bündelt der ansässige Tourismusverband erstmals auf einer Plattform.

Auf Spurensuche zu den Lausitzer Wölfen
Zu den ungewöhnlichsten Angeboten zählen Wolfstouren mit erfahrenen Biologen und Naturführern. Erstmals zog im Jahr 2000 ein Wolfspaar, das aus Polen in die Oberlausitz eingewandert war, hier Welpen auf. Seitdem leben mehrere Rudel auf rekultivierten Tagebauflächen des Lausitzer Seenlandes. Wolfsexperten von Wolfland-Tours und Natur- und Landschaftsführer des Naturschutzgroßprojektes Lausitzer Seenland nehmen Interessierte mit auf geführte ein- bis mehrtägige Exkursionen zu den Wölfen. Gemeinsam geht es auf Fährtensuche im Lausitzer Sand. Mit etwas Glück lassen sich die Wölfe in freier Wildbahn beobachten. Erste Touren starten Ende August.

Kraniche und Hirsche bei Naturexkursionen beobachten
Auch andere seltene Tierarten sind in der Lausitz dank engagierter Naturschützer wieder heimisch. So pflegt die Nabu-Stiftung auf dem Gebiet eines stillgelegten Tagebaus das Naturparadies Grünhaus. Zwischen September und November gehen Naturführer mit Gästen auf Exkursionen in die zurückgekehrte Wildnis, beobachten den Kranichflug oder belauschen die Hirschbrunft. Darüber hinaus können Wanderer die Anlage auf einem Panoramaweg auch individuell erkunden.

Das größte Schutzprojekt in der Region ist das Naturschutzgroßprojekt Lausitzer Seenland nördlich von Hoyerswerda auf fast 6000 Hektar. Hier haben sich bedrohte Vogelarten wie Brachpieper, Ziegenmelker und Wiedehopf niedergelassen. Natur- und Landschaftsführer bieten individuelle Touren zu Fuß, per Rad oder mit dem Geländefahrzeug an.

Südlich davon liegt ein weiteres Schutzgebiet: das Dubringer Moor, eine der letzten und größten Moorlandschaften zwischen Elbe und Oder. Rohrdommel, Seeadler, Unken und Frösche fühlen sich hier wohl. Auf einer neuen anderthalbstündigen Schnuppertour am Rande des Moores erfahren Teilnehmer mehr über die Besonderheiten dieses einzigartigen Lebensraumes.

Mit Eseln und Alpakas wandern
Im Gegensatz zu den freilebenden Tieren sind die Esel von Kerstin Geschke und Michael Schiffer vom Esel-Wander-Hof Spree-Neiße in Groß Kölzig nicht menschenscheu. Auf anderthalb- bis viereinhalbstündigen Wanderungen durch das Lausitzer Seenland lernen Teilnehmer die gelassenen Vierbeiner intensiv kennen. Auch mit Alpakas können Gäste wandern: Cornelia Schnippa von Lausitzleben in Tätzschwitz und Christine Berthold von Weggefährten in Senftenberg bieten ein- bis mehrstündige Touren mit den einfühlsamen kleinen Kamelen durch das Lausitzer Seenland an.

Winzerfeste, Weinlese und Weinproben
Dass neben Naturschutz und Tourismus auch Weinanbau im ehemaligen Tagebaugebiet möglich ist, beweisen sieben Winzer auf zwölf Hektar Rebfläche. So pflanzten Cornelia und Andreas Wobar an der stehengebliebenen Böschung des Tagebaus Meuro am heutigen Großräschener See Reben pilzwiderstandfähiger Sorten. Am 2. September und 14. Oktober heißen sie Gäste zur öffentlichen Weinbergwanderung willkommen sowie zu Wein und Jazz am 3. September. Eine individuelle Weinprobe gibt es neu via Podcast.

Auf rekultiviertem Tagebaugebiet gedeihen auch die Weine der Wolkenberg GmbH südlich von Drebkau. Wie gut Rondo, Kernling und Roter Riesling hier wachsen, erfahren Interessierte noch bis Oktober jeden Sonntag bei Weinproben sowie auf Voranmeldung bei Weinbergführungen. Zur Weinlese sind Gäste ebenfalls herzlich eingeladen. Die genauen Termine werden kurzfristig auf der Internetseite eingestellt.

Über helfende Hände bei der Weinlese freuen sich auch Christiane Gernert und Günter Oster vom Gutshaus Schorbus. Ihr Weinberg in Klein Oßnig ist historisch gewachsen: Schon 1850 wurde hier Wein angebaut. Weinproben und Führungen sind nach Voranmeldung möglich.

Führung im Naturparadies Grünhaus. (Foto: Tourismusverband Lausitzer Seenland, Nada Quenzel)