Hösel/Düsseldorf. Der Kulturkreis Hösel hatte bewusst die Mahn- und Gedenkstätte in Düsseldorf für die Opfer des Nationalsozialismus für einen Besuch ausgesucht, um einen Eindruck von den Opferschicksalen zu bekommen. Von den Tätern erfährt man sehr viel häufiger und dadurch stets mehr. Die Gedenkstätte ist in dem Haus in der Mühlenstraße 28 untergebracht, das von 1933 bis 1945 den Nationalsozialisten als Gestapo-Sitz diente. Derzeit ist dort die Dauerausstellung“ Düsseldorfer Kinder und Jugendliche im Nationalsozialismus“ zu erleben.
Der Leiter der Mahn- und Gedenkstätte, der Lintorfer Bastian Fleermann, konnte der Besuchergruppe des Höseler Kulturkreises die Schicksale der Juden und anderer Minderheiten in Düsseldorf im „Dritten Reich“ anhand ihrer Lebensläufe und Hintergrundinformation anschaulich und eindringlich nahebringen. Die nach den Juden zweitgrößte Gruppe der Verfolgten waren die Behinderten als „unwertes Leben“.
Fleermann hat sich auf umfangreiche Akten sowie Schilderungen der Nachfahren bezogen, die er persönlich kannte und mit denen er heute teils noch verbunden ist. Die Mahn- und Gedenkstätte ist inzwischen eine Bildungseinrichtung gerade auch für Schüler und Schülerinnen.
Die etwa zweistündige Führung hat bei allen Besuchern einen sehr nachhaltigen Eindruck hinterlassen. So war es das Bedürfnis der Teilnehmer, nach dem Besuch der Gedenkstätte noch zusammen zu sein, um das Gesehene und Gehörte gemeinschaftlich zu verarbeiten. Dies geschah in beeindruckender Weise in dem nahe gelegenen Café Mutter Ey, das den Namen einer der größten Förderinnen Düsseldorfer Künstler trägt.


