VLH: Köcherfliegen, Plattwürmer und Müll

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Lintorf. Köcherfliegen, Plattwürmer und ganz viel Müll fanden die zwölf Kinder am Samstagnachmittag im Dickelsbach bei der Entdeckungstour des Vereins Lintorfer Heimatfreunde (VLH). Diplom-Ökologin Kathrin Leithmann vom Bergisch-Rheinischen Wasserverband (BRW) erklärte, was es mit den Tieren und dem Müll auf sich hat. Aber, so das Ergebnis der einstündigen Aktion: Der Dickelsbach ist, an dieser Stelle, recht sauber. Und beim nächsten Mal könnte Müll gesammelt werden.

Walburga Fleermann-Dörrenberg, stellvertretende Vorsitzende der Heimatfreunde, begrüßte die zwölf Schulkinder, Ökologin Leithmann und die Eltern an den Hanten am Dickelsbach bei herrlichem Sonnenschein. Leithmann erklärte, warum alle Gummistiefel tragen sollten. „Es ist leider viel Müll, auch scharfkantiger Müll, in unseren Bächen“, sagte sie den Kindern.

Neben der Brücke am Bachufer stehend, zeigte sie den Kindern – und auch den Eltern, den Unterschied zwischen dem natürlichen Bachlauf und dem von Menschen gemachten Bachlauf. Während das Ufer des Dickelsbachs oberhalb der Brücke aus Sand besteht, ist es unter der Brücke aus dicken Steinen. „Die sind notwendig, um die Brücke bei Hochwasser zu schützen“, sagte die Ökologin. Aber da könnten keine Tiere leben. „Die brauchen einen natürlichen Bach mit kleinen Steinen, mit Laub, mit Baumstämmen und Ästen, an denen die kleinen Lebewesen etwas zu essen finden“, so Leithmann.

Die Kinder suchen nach Lebewesen im Sediment aus dem Dickelsbach

Dann ging es in den Bach. Während die Ökologin mit dem Köcher im Wasser unterwegs war, sammelten die Kinder alte Weinflaschen, kaputte Fahrradlampen oder einen großen Schwamm. Ein Autoreifen war ihnen aber zu schwer. Sie sammelten den Müll am Ufer. Den und den Autoreifen werden Leithmanns Kollegen vom BRW am Montag einsammeln.

Die Ökologin kippte dann ihren „Fang“ aus dem Köcher in Schalen. Die Kinder suchten darin dann nach Lebewesen. Sie fanden Köcherfliegenlarven, Plattwürmer und auch Bachflusskrebse. „Alles Tiere, die sauberes Wasser benötigen“, sagte Katrin Leithmann. Sie seien ein Zeichen dafür, dass der Dickelsbach recht sauber sei.

Dann ging es noch einmal, ausgerüstet mit Teststreifen, in den Bach. Auch hier ein gutes Ergebnis. „Chemisch ist das Wasser völlig in Ordnung“, so Leithmann, als sie sich die Teststreifen ansah, die ihr die Kinder erwartungsvoll entgegenstreckten.

„Vielleicht solltet ihr aber mal den ganzen Müll aus dem Dickelsbach herausholen“, beendete die Ökologin ihre gut einstündige Tour mit den Kindern. Die waren sofort mit Begeisterung dabei. Vielleicht eine Aktion, die der Heimatverein einmal gemeinsam mit dem BRW planen kann – nicht nur für Kinder.

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