Stiftung Haus Oberschlesien trauert um Paul Schläger

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Hösel/Herne. Die Stiftung Haus Oberschlesien trauert um Paul Schläger, der am vergangenen Samstag kurz vor der Vollendung seines 92. Geburtstags in Herne verstarb. Paul Schläger wurde in Beuthen/Oberschlesien geboren und kam in den 1960er Jahren als Aussiedler in die Bundesrepublik. Beruflich war der Ingenieur für Bergbau und Mineraltechnik (TU Gleiwitz) von 1968 bin zu seiner Pensionierung 1988 als stellvertretender Abteilungsleiter bei der Ruhrkohle AG angestellt, wo er für drei Bergwerke verantwortlich war. Von 2011 bis 2015 war er Vorsitzender der Stiftung Haus Oberschlesien.

Ehrenamtlich galt sein Einsatz ganz seiner oberschlesischen Heimat. Als Bundessozialreferent der Landsmannschaft der Oberschlesier beriet der beeidigte Übersetzer der polnischen Sprache unzählige Aussiedler bei sozialrechtlichen Fragen wie der Anerkennung von Rentenzeiten oder Berufsabschlüssen und half bei Übersetzungen. Auch nach den Aussiedlungswellen war er stets ansprechbar. So galt Schläger auch als ausgezeichneter Kenner des Staatsangehörigkeitsrechts. 

Nach dem Tod des damaligen Vorstandsvorsitzenden der Stiftung Haus Oberschlesien Bernhard Jagoda ließ er sich sodann in die Pflicht nehmen und übernahm auch dieses Ehrenamt. Dieses hatte er von 2011 bis 2015 inne. In diese Zeit fielen viele Kooperationen mit Institutionen in Oberschlesien, die Schläger stets als wichtige Pfeiler des Brückenbaus zwischen Deutschland und Polen gesehen hatte. 

Stiftungsvorsitzender Sebastian Wladarz: „Unser Mitgefühl gilt seiner Frau Christine und der gesamten Familie. Mit Paul Schläger verlieren wir definitiv einen unserer Besten.“

Nach seinem Ausscheiden aus dem Vorsitz des Stiftungsvorstandes, blieb Paul Schläger noch für eine Berufungsperiode Vorstandsmitglied. 2019 wechselte er dann in den Stiftungsrat, bevor er dieses Amt aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste. Er wurde sodann für die Verdienste um die Stiftung und für sein Lebenswerk zum Ehrenvorsitzenden der Stiftung ernannt. Kürzlich

Sebastian Wladarz er erinnert sich: „Ich persönlich werde immer gerne an die gemeinsame Fahrt nach Rom zurückdenken, als wir eine Begegnung mit Papst Franziskus hatten. Es war sehr heiß auf dem Petersplatz und Paul, immerhin bereits über 80 Jahre alt, hat sich dennoch in die pechschwarze Bergmannsuniform geschmissen, weil er so stolz war, an diesem Tag vor zehntausenden Menschen die Oberschlesier zu repräsentieren.“

Foto: privat