St. Anna: Rückkehr ins Mittelalter?

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Lintorf/Ratingen/Kettwig. Bevor die katholische Kirchengemeinde St. Anna im Späten Mittelalter (15. Jahrhundert) eine eigenständige Gemeinde wurde, war St. Anna eine Filialkirche von St. Peter und Paul in Ratingen. Nach den Vorstellungen des Erzbistums Köln soll St. Anna nun in den Schoß der Ratinger Gemeinde zurückkehren. Das jedenfalls sieht die jetzt vorgestellte Neugliederung des Erzbistums vor.

Nach intensiven Beratungen in den derzeit 177 Seelsorgebereichen ist in den meisten Fällen die Entscheidung gefallen, in welche Pastoralen Einheiten sich das Erzbistum Köln zukünftig gliedern wird. Damit stehen nun – zumindest weitestgehend – die etwa 65 geografischen Räume fest, in denen in Zukunft Seelsorge gestaltet werden soll.

In Ratingen und Kettwig ist die Entscheidung noch nicht gefallen. Das Bistum schlägt vor die Pfarrgemeinden St. Anna (Lintorf, Breitscheid und Hösel), St. Peter und Paul (Ratingen-Mitte. -Süd und Homberg), Heilig Geist (Ratingen-West und Tiefenbroich) und St. Peter und Laurentius (Kettwig) zusammenzulegen. In Verantwortung des diözesanen Koordinierungsteams werden mit den Gremien der Gemeinden noch Gespräche geführt. Auf Basis dieser Gespräche wird dann über die zukünftige Gestaltung entschieden.

Der unter dem Titel #ZusammenFinden initiierte Prozess stellt noch keine formale Errichtung der Pastoralen Einheiten dar. Diese Errichtung wird zum 1. September 2023 erfolgen.

Notwendig geworden war der im März 2022 durch den damaligen Apostolischen Administrator Weihbischof Steinhäuser eingeleitete Prozess durch tiefgreifende Veränderungen im kirchlichen Leben. Dazu gehören die abnehmende Katholikenzahl, die weniger werdenden Engagierten, der Rückgang der Finanzkraft und auch der Rückgang des pastoralen Personals. Mit #ZusammenFinden ist ein erster Schritt getan, diese Veränderungen zu gestalten.

Entscheidung überwiegend vor Ort getroffen

„In den allermeisten Fällen folgt der geografische Zuschnitt der zukünftigen Pastoralen Einheiten den Voten aus den Seelsorgebereichen“, zeigt sich Monsignore Markus Bosbach, Projektverantwortlicher und Leiter der Hauptabteilung Entwicklung Pastorale Einheiten, erfreut. Nur in wenigen Fällen musste das diözesane Koordinierungsteam auf Grundlage der Voten und Erläuterungen der Seelsorgebereiche über einen guten Zuschnitt der Pastoralen Einheiten beraten und eine Entscheidungsempfehlung geben. Der Erzbischof ist diesen Empfehlungen gefolgt.

Dank für großes Engagement in den Seelsorgebereichen

Markus Bosbach blickt dankbar auf #ZusammenFinden zurück: „Meine Wahrnehmung ist, dass überall in unserem Bistum Menschen, Hauptberufliche wie Engagierte, sachlich und konstruktiv, kritisch und kreativ über die zukünftigen Pastoralen Einheiten beraten haben. Mir ist bewusst, dass es vielen nicht leichtgefallen sein wird, diesen Prozess mitzugestalten.“ Er würdigt besonders das Engagement, das neben allen anderen Aktivitäten in den Gemeinden in den Prozess investiert wurde.

Ergebnisse im Netz veröffentlicht

Die zukünftige Landkarte der Pastoralen Einheiten im Erzbistum Köln ist ebenso im Internet abrufbar wie detaillierte Einzelkarten aller zukünftigen Pastoralen Einheiten nebst einer Liste mit einer Übersicht aller Pastoralen Einheiten.

Foto: Eberhard Nagler