Hösel. Davon konnte sich der Kulturkreis Hösel beim Besuch des Forschungszentrums für Grundlagenforschung in Jülich bei Aachen eindrucksvoll überzeugen. Diese Forschungsstätte gehört überwiegend dem Bund und dem Land NW und spielt weltweit in der obersten Liga.
Jülich beschäftigt mehr als 7000 Mitarbeiter zum großen Teil weitverzweigter weltweiter Herkunft: Wissenschaftler, „ausgeliehene“ Professoren von Universitäten, und sonstiges wissenschaftliches Personal und weitere Angestellte. Das Zentrum bildet sogar in technischen und kaufmännischen Ausbildungsberufen für den eigenen Bedarf aus.
Nach einem guten Überblick über die insgesamt 80 Forschungsbereiche durch Vortrag und später durch Rundfahrt auf dem Campus von Jülich von 1,7 Quadratkilometer wurden der Gruppe von 28 Teilnehmern in unterschiedlichen Informationstiefen konkrete Forschungsansätze aus den Forschungsbereichen heutiger Energie- und Klimasysteme, der Informationstechnik und der Biowissenschaften präsentiert.
Sehr spannend war die gut verständliche Darlegung der aktuellen Forschung zur Enstehung der Alzheimer Erkrankung und eines konkreten Wirkstoffs, der den neurologischen Zerstörungsprozess verlangsamt oder sogar zum Stillstand bringt. Die Neugier des zum Teil sehr fachkundigen Publikum war den ganzen Tag über äußerst lebendig. Es stellte viele vertiefende Fragen, woraus sich jedes Mal ein lebhafter Austausch ergab. Eine Fragestellung, ob zukünftig auch wehrtechnische Forschung für die Bundeswehr angedacht sei, wurde vorsichtig mit „Das kann kommen.“ beantwortet.
Man war insgesamt beeindruckt von dem, was alles auf dem Campus gemacht wird. Auf der Geländerundfahrt bekam die Gruppe auch noch einen Blick auf die „Reste“ der Atomenergieforschungsanlage mit Castoren sowie auf den gewaltigen „Jupiter“, den europaweit größte Computer, der 2025 feriggestellt und eingeweiht wurde. Er dient dem eigenen Rechnerbedarf, wird aber auch mit Zeitfenstern und Anteilen für den kostenpflichtigen Gebrauch von externen Nachfragern zur Verfügung gestellt. Er sieht äußerlich aus wie eine riesige moderne Fabrikhalle von mehr als 100 Metern Ausdehnung.
Das einhellige Fazit auf der Nachhausefahrt am Nachmittag: insgesamt war es eine gelungene Veranstaltung, aus der alle die Überzeugung mitnahmen, dass der Wissenschaftsstandort Deutschlands offensichtlich gut bestellt ist, der zur Erhaltung unseres hohen Lebensstandards einen wichtigen Beitrag leistet.


