Lintorf/Mülheim. Während viele Äcker noch Winterruhe halten, füllen sich bei der Solidarischen Landwirtschaft (Solawi) Mülheim in dieser Woche bereits zum vierten Mal in diesem Jahr die Gemüseanteile. Karotten, Sellerie, Kartoffeln, rote Bete, Zwiebeln, Knoblauch und Kürbis aus der Herbsternte treffen auf frische Salate aus den Folientunneln. Dazu kommen Einlegegurken, Tomatenpassata und Sauerkraut – haltbar gemacht in gemeinschaftlichen Aktionen im vergangenen Jahr.
„Unser Ziel ist eine ganzjährige, regionale Gemüse-Versorgung – und wir kommen diesem Schritt für Schritt näher“, sagt Alena Schüren von der Solawi Mülheim.
Die Idee hinter der Solawi ist: Die Mitglieder finanzieren gemeinsam den Anbau für ein Jahr und erhalten im Gegenzug wöchentlich einen Anteil der gesamten Ernte. So bleiben Wertschöpfung und Verantwortung in der Region, während die Gärtnerinnen und Gärtner verlässliche Einkommen erhalten.
Insgesamt beliefert die Solawi mittlerweile sieben Abholpunkte, davon fünf außerhalb Mülheims. Damit wächst das Netzwerk in der Region – und spart zugleich Wege und CO₂.
Neben dem schon bestehenden Abholpunkt in Ratingen-Ost soll es ab diesem Jahr auch eine separate Abholstelle in Lintorf geben.
Für die Saison 2026 sind bereits 187 Ernteanteile vergeben. Bis Ende Februar können noch weitere Anteile übernommen werden, Kapazitäten bestehen für bis zu 220 Haushalte.
Einen festen Preis gibt es nicht. Stattdessen nennt die Solawi einen Richtwert von 134 Euro pro Monat. Wer mehr geben kann, unterstützt andere – wer weniger zahlen kann, darf entsprechend nach unten abweichen. Beim Nachrücken über die Website gilt ein Mindestbeitrag von 120 Euro monatlich, die eigene Beitragsrunde für Lintorf öffnet dagegen wieder alle Beitragsmöglichkeiten.
„Uns ist wichWg, dass gutes, regenerativ erzeugtes Gemüse keine Frage des Geldbeutels ist“, so Schüren.
Neu in dieser Saison ist eine digitale „Wunschliste“. Damit können Mitglieder ihre Gemüsemengen flexibel anpassen: Urlaubspausen sind möglich, Lieblingsgemüse kann bevorzugt, weniger beliebte Sorten können reduziert werden. Wer Gäste erwartet, stockt für eine Woche einfach auf.
In der kommenden Saison erweitert das Anbauteam die Vielfalt – unter anderem mit Süßkartoffeln und neuen Pilzsorten. 2025 wurden in 44 Lieferwochen rund 70 verschiedene Gemüse- und Obstsorten ausschließlich lokal erzeugt und verteilt. Die Auswahl entsteht aus einem Zusammenspiel von Mitgliederwünschen, gärtnerischer Erfahrung und den natürlichen Gegebenheiten der Flächen.
Die Solawi wirtschaftet nach regenerativen Prinzipien: ohne Pestizide und Kunstdünger, mit bodenschonenden Methoden, viel Raum für Biodiversität und konsequenter Ressourcenschonung. In Dümpten ist jedes zehnte Beet als Blühfläche angelegt. In Mintard läuft eine umgerüstete Pflanzmaschine mit selbst erzeugtem Solarstrom.
Info-Termine für Interessierte
Wer das Konzept unverbindlich kennenlernen möchte, hat dazu mehrfach Gelegenheit (keine Anmeldung erforderlich):
22. Februar, 18 Uhr: Online-Infoveranstaltung via Zoom: www.solawi-mh.de/zoom
23. Februar, 19:30 Uhr: Film „Die Strategie der krummen Gurken“ im Wandelwinkel Mülheim, Bachstraße 15–17 (im Anschluss an die „Küche für alle“ ab 18 Uhr)
25. Februar, 19 Uhr: Online-Infoveranstaltung via Zoom: www.solawi-mh.de/zoom
27. Februar, 17 Uhr: Beitragsrunde im Aktiv-Treff 60 plus, Krummenweger Straße 1, Lintorf
Weitere Informationen zur Anmeldung und zu den Ernteanteilen gibt es auf der Internetseite:
https://solawi-mh.de/


