Neugestalteter Schulgarten verbindet Ernährung

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Kaiserswerth. Im neu angelegten Schulgarten des Berufskollegs der Kaiserswerther Diakonie wird Lernen ganz praktisch erfahrbar: Zwischen Hochbeeten, Kräuterschnecke und Obstbäumen entdecken Kinder und angehende Kinderpfleger:innen sowie Erzieher:innen gemeinsam, wie Lebensmittel wachsen, verarbeitet werden und schließlich auf den Teller kommen. Das Projekt „Wachsen und Ernten im Schulgarten“ verbindet frühkindliche Ernährungsbildung mit praxisnaher Ausbildung – und schafft einen lebendigen Lernort für alle Beteiligten.

Die Anlage des Schulgartens wurde durch eine großzügige Spende der Alice und Hans Joachim Thormählen-Stiftung in Höhe von 25.056 Euro ermöglicht. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Stiftung die Sanierung der in die Jahre gekommenen Lehrküche des Berufskollegs unterstützt und damit wichtige Voraussetzungen für zeitgemäßes und praxisnahes Lernen geschaffen.

„Wir freuen uns sehr, ein Projekt fördern zu können, das junge Menschen einrichtungsübergreifend zusammenbringt und ihnen wichtige Erfahrungen für ihre persönliche Entwicklung ermöglicht. Der Schulgarten verbindet Bildung, Gemeinschaft und Nachhaltigkeit auf besondere Weise“, betonen die Vorstände Andreas Todesco und Karl Kristian Woelm von der Alice und Hans Joachim Thormählen-Stiftung.

„Was Kinder selbst anpflanzen und zubereiten, das essen sie auch“, beschreibt Lehrerin und Ernährungswissenschaftlerin Amelie Monsieur den pädagogischen Ansatz des Projekts. Gemeinsam mit Kindern aus umliegenden Kitas entwickeln die Studierenden eigene Bildrezepte und setzen diese direkt in der Praxis um. „Dabei geht es nicht um Perfektion, sondern um gemeinsames Erleben, Ausprobieren und Lernen“, so Doris Spiwoks, pädagogische Leitung der Kita direkt neben dem Berufskolleg.

Gerade frühkindliche Erfahrungen mit Lebensmitteln sind von großer Bedeutung. Wenn Kinder Gemüse ernten, Kräuter riechen, Butter selbst herstellen oder erleben, dass Tomaten nicht im Supermarkt wachsen, entsteht ein nachhaltiges Verständnis für Ernährung und Natur. Spielerisch werden dabei motorische Fähigkeiten, Teamarbeit und gesunde Ernährungsgewohnheiten gefördert. Gleichzeitig lernen Kinder Naturverbundenheit, kulturelle Teilhabe und Selbstwirksamkeit kennen – wichtige Grundlagen für eine bewusste und gesunde Lebensweise.

Auch für die Studierenden des Berufskollegs ist der Schulgarten ein großer Gewinn. „Unsere Studierenden sammeln wertvolle Praxiserfahrungen in der Arbeit mit Kindern und erleben unmittelbar, wie pädagogische Konzepte wirken. Die enge Verzahnung von Theorie und Praxis stärkt ihre berufliche Handlungskompetenz und macht den Schulgarten zu einem besonderen Lernort innerhalb der Ausbildung“, erläutert Gunnar Gurski, Leiter des Berufskollegs der Kaiserswerther Diakonie.

Die Gestaltung des Gartens erfolgt bewusst gemeinschaftlich mit den Kindern. Ob Hochbeete, Kräuterschnecke oder Sinnespfad – die jungen Gärtner:innen übernehmen Verantwortung und erleben Natur mit allen Sinnen. Auch zukünftige Projekte wie ein Tomaten-Tipi oder das Ziehen eigener Obstbäume sind bereits geplant.

„Deshalb gibt es in unserem Hochbeet auch Mais“, erklärt Mia Zeheivy Heidemann, Fachlehrkraft für Biologie, schmunzelnd. „Die Kinder werden dabei auch erleben, dass sie irgendwann nicht mehr an die Pflanzen herankommen, weil diese so in die Höhe wachsen.“ Gerade dieser spielerisch-entdeckende Ansatz macht die Arbeit im Garten besonders anschaulich und nachhaltig.

Ein Projekt wie dieses wäre ohne die Unterstützung engagierter Förderer nicht möglich. „Ein besonderer Dank gilt der Alice und Hans Joachim Thormählen-Stiftung und aller am Projekt Beteiligten, die dazu beigetragen haben, diesen besonderen Lernort Wirklichkeit werden zu lassen. Mit ihrem Engagement schaffen wir einen Ort, an dem Kinder und Studierende gleichermaßen wachsen können, fachlich, persönlich und gemeinschaftlich“, dankt Pfarrer Jonas Marquardt, Vorstandssprecher der Kaiserswerther Diakonie.