Ob auf dem Weg zur Arbeit oder zum Supermarkt- das Auto ist für viele unverzichtbar. Gleichzeitig muss der Straßenverkehr klimafreundlicher werden, denn er verursacht den Großteil der Co2 Emissionen in Deutschland. Welche Alternativen gibt es- und wie alltagstauglich sind sie? Das fragen wir jungen uns für unsere Zukunft.
Eines ist eindeutig: Die Deutschen lieben das Autofahren. Laut dem Statischen Bundesamtes legte in dem Jahr 2023 jede Person in Deutschland rund 15,5 Kilometer pro Tag mit dem Auto zurück, ob zur Arbeit, in den Urlaub oder doch zum Einkaufen. Außerdem werden laut dem Kraftfahrt-Bundesamt 61,6 Prozent der zugelassenen Pkws mit Benzin und 28,8 Prozent mit Diesel betrieben. Allerdings verschmutzen diese bekanntlich die Umwelt. Daher stellt sich die Frage: Wie sieht die Mobilität der Zukunft aus?
Um mehr über mögliche Entwicklungen zu erfahren, führte ich (Lil Pieper) im Rahmen der 88. Young Leaders Akademie1 in Paderborn ein Interview mit Dr. Tsegaye Degineh. Er arbeitet seit 25 Jahre bei einem großen Automobilunternehmen als Sustainabililty Manager. Die Akademie bringt engagierte Schüler und Schülerinnen zusammen und bietet Vorträge, sowie Gespräche mit Expertinnen und Experten zum Thema Nachhaltigkeit und Mobilität an.
Zu Beginn wollte ich von Dr. Degineh wissen: Welche alternativen Antriebe haben Potenzial? Zum Beispiel Wasserstoff?
Wasserstoff ist eine mögliche Alternative. Allerdings ist Wasserstoff derzeit teuer, und Brennstoffzellenfahrzeuge sind weniger energieeffizient als Elektroautos. Auch Biokraftstoffe können eine Option sein, da sie den Weiterbetrieb bestehender Verbrennermotoren ermöglichen. Allerdings brauchen wir viele dieser Pflanzen auch zum Essen oder für die Landwirtschaft. Synthetische Kraftstoffe sogenannte E-Fuels, bei denen CO2 und Wasser mithilfe von Energie in Kraftstoff umgewandelt werden, sind zwar bereits verfügbar, werden bislang jedoch nur in geringen Mengen hergestellt und sind vergleichsweise teuer. Das bedeutet: Nach seiner Ansicht die Elektroautos liegen deutlich vorne.
Zum 1. Januar 2026 waren diese knapp über 2 Millionen Mal in Deutschland genehmigt. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts ist der Bestand in den letzten 10 Jahren kontinuierlich gestiegen. Dieser Wandel ist allerdings nur möglich, wenn die Infrastruktur angepasst und erweitert wird. Dafür gibt es einen Plan der Bundesregierung wie das BMV (Bundesministerium für Verkehr) mitteilt. Derzeit laden die meisten zu Hause am Wohngebäude. Viele Mehrfamilienhäuser verfügen jedoch nicht über diese notwendige Lademöglichkeit und Regeln über die Energieverteilung für die PKWs der Bewohner
Deshalb werden unter anderem Mehrfamilienhäuser ,Unternehmen mit E-LKWs und E-Bussen, sowie Kommunen mit Lernangeboten durch die Nationale Leitstelle im Auftrag des BMV gefördert. Deren Ziel ist es, den Ausbau der Ladeinfrastruktur voranzutreiben und Projekte rund um das Thema Elektromobilität zu unterstützen.
Doch Elektromobilität allein reicht nicht aus! Ein zweiter wichtiger Baustein sind die erneuerbaren Energien, um die Emissionen zu senken.
Neben den verschiedenen Antriebsarten interessierte mich auch wie der Experte die Mobilität in der Zukunft einschätzt.
Was ist grundsätzlich die Zukunft der Mobilität-eher öffentliche Verkehrsmittel oder private PKW?
Die Zukunft ist nicht das einzelne Auto, sondern Mobilität als Konzept mit diversen Elementen. Die Automobilindustrie wird zum Mobilitätsanbieter. Sie ist bereits in vielen Bereichen involviert, auch in der Stadtplanung. Konzepte wie Carsharing und Park-and-Ride gewinnen an Bedeutung. Wir sind acht Milliarden Menschen und die Nachfrage nach Mobilität bleibt riesig und wird auch in Zukunft richtig bleiben.
Auf die Frage, ob er sich sogar eine Zukunft ohne Autos vorstellen könnte, antwortete er: Ja, ich kann mir ganz klar eine Welt ohne Autos vorstellen. Zum Beispiel in Abu Dhabi sollen bald vollautomatisierte Flugtaxis eingesetzt werden. Man muss sich nur hineinsetzen, sein Ziel wählen und wird dorthin geflogen.
Ob sich solche Zukunftsvisionen tatsächlich durchsetzen, bleibt offen. Klar ist jedoch schon heute: Neue Antriebstechnologien, der Ausbau erneuerbarer Energien, eine leistungsfähige Ladeinfrastruktur, sowie Konzepte wie Carsharing und ein attraktiver öffentlicher
Nahverkehr werden entscheidend dafür sein, wie wir uns künftig fortbewegen, sodass wir alle nachhaltig gemeinsam gesund zusammenleben können.
“Young Leaders”1:
“Die young leaders GmbH ist ein Unternehmen, das in Deutschland und Europa überparteilich und überkonfessionell Bildungsveranstaltungen für junge Multiplikatoren durchführt. Ziel ist die Förderung junger Menschen, die sich im Alter von 15 – 21 Jahren ehrenamtlich für Andere engagieren und dabei schon erste Führungsverantwortung übernehmen. Daher kommt auch unser Name „young leaders“. Dabei arbeitet die young leaders GmbH europaweit zusammen mit Ministerien, Unternehmen und Verbänden aus der Wirtschaft sowie gemeinnützigen Stiftungen.” (https://young-leaders.net/ueber-uns)
Für die Teilnahme an der Akademie in Paderborn wurde ich von meiner Schule vorgeschlagen.
Quellen:
Privatpersonen legen täglich im Schnitt 15,5 Kilometer mit dem Auto zurück – Statistisches Bundesamt
Kraftfahrt-Bundesamt – Fahrzeugarten
BMV – Masterplan Ladeinfrastruktur II
Persöhnliches Interview mit Herrn Dr Tsegaye Degineh

