Künstlerloge: „Freier Fall“ eines Schweizer Künstlerduos

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Ratingen. Am Samstag, 5. November, 18 Uhr wird in der Künstlerloge, Calor-Emag-Straße 9, die Ausstellung „Freier Fall“ von Christine Camenisch und Johannes Vetsch eröffnet. Gabriele Horndasch spricht um 19 Uhr mit den beiden Künstlern. Die Ausstellung endet am 5. Januar mit der Finissage von 18 bis 20 Uhr. Die Video-Installation ist täglich zwischen 17 Uhr und 23 Uhr zu sehen.

Freier Fall beruht auf einem, in Zeitlupe aufgezeichneten Video des mittelalterlichen Mühlerades der Papiermühle in Basel. Die 16 Minuten lange Videoaufnahme mit ihrer scheinbar monotonen Repetition zeigt beim Näherkommen ein kontinuierlich sich veränderndes, filigranes Formenspiel. Die gleichmäßige Drehung des Wasserrades verstärkt die gegenläufige Bewegung des von den bemoosten Schaufeln heruntertriefenden Wassers. Es bilden sich immer neue Rinnsale, die sich, der Schwerkraft folgend, in Perlenketten auflösen, sich langsam in einen hypnotischen Fluss verwandeln, um unten wieder aus dem Bild zu verschwinden.

Die sich mit der Rückwand der Künstlerloge verschmelzende Videoprojektion ist schon aus der Ferne sichtbar und wird beim Näherkommen zunehmend physisch erfahrbar. Die Bewegung des Videoloops rückt den langgestreckten Raum ins Zentrum des Platzes vor der Künstlerloge und die Wirkung der Installation entfaltet sich während der Dämmerung und in der Nacht, hinaus in den öffentlichen Raum.

Das Hauptinteresse von Christine Camenisch und Johannes Vetsch gilt der Bewegung. Sie ist eines der Merkmale ihrer minimalistischen Videoloops. Auch wenn ihre Arbeiten oft sehr konzeptuell erscheinen, zeichnet sich das Schweizer Künstlerduo immer wieder dadurch aus, dass sie ihre Installationen vor Ort, im Raum selbst entwickeln und jene Wirkung sichtbar wird, die auf dem Bildschirm, im Modell und in Visualisierungen nur zu erahnen ist.

www.vimeo.com/camenischvetsch
www.christinecamenisch.ch

”Havarie”, 2022, Kunsthaus Baselland, Muttenz/Basel