Klimakrise Feuerwehr vor Herausforderungen

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Die Klimakrise war ein wichtiges Thema beim Besuch der Abgeordneten Kerstin Griese in der Hauptfeuer- und Rettungswache Ratingen. Insbesondere die Hitzetage hätten die Einsatzkräfte vor große Herausforderungen gestellt, berichtete Feuerwehrchef Markus Feier.

„Normalerweise haben wir rund 60 Einsätze der Rettungswagen pro Tag, an den Hitzetagen waren es mehr als 100“, sagte Feier. Hilfe benötigten vor allem Menschen mit wenigen sozialen Kontakten, die ihre überhitzten Wohnungen nicht zeitnah verlassen konnten oder deren Hilfebedürftigkeit nicht rechtzeitig erkannt wurde.

Kerstin Griese zeigte sich für das Problem sensibilisiert. „Wir müssen mehr tun, um älteren Menschen sowie Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen zu helfen“, betonte die Sozialstaatssekretärin. Die Bundesregierung nehme die Herausforderungen des Hitzeschutzes ernst.

Brandrat Markus Meyer wies auf weitere Folgen der hohen Temperaturen hin: „Die Technik ist nicht für die Hitze gemacht.“ So seien beispielsweise Funkgeräte ausgefallen und Tore hätten nicht mehr funktioniert.

Eine besondere Belastung seien zudem die Einsätze im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens. Auch die Feuerwehr Ratingen beteilige sich daran jeweils mit drei Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr und einem Fahrzeug. In diesem Jahr seien Ratinger Einsatzkräfte bereits in Spanien, den Niederlanden und im Hürtgenwald im Einsatz gewesen.

Meyer sprach sich dafür aus, dass diese Hilfseinsätze auf mehr Schultern verteilt und leistungsfähigere Strukturen entwickelt werden. Momentan seien nur sehr wenige kommunale Feuerwehren Teil des Systems. Kerstin Griese kündigte an, sich zu erkundigen, an welchen Stellen Änderungen möglich seien. „Der deutsche Föderalismus verkompliziert vieles und ist mit europäischen Aufgaben oft schwer vereinbar“, sagte sie.

Auf dem Hof der Wache zeigte Branddirektor Feier der Abgeordneten ein neues Rettungsfahrzeug mit einer elektronisch ein- und ausfahrbaren Trage. „Alles, was die Arbeitsbedingungen der Mitarbeitenden verbessert, ist eine wichtige Innovation“, sagte Griese. Anschließend warf sie einen Blick in einen mit Computern und Kommunikationsmitteln ausgestatteten Einsatzleitwagen, bevor sie sich auf die Drehleiter wagte. Feuerwehrfrau Julia Schüring fuhr Kerstin Griese, die im Rahmen ihrer Sommertour gekommen war, auf eine Höhe von 30 Metern.