BU verwundert über Spaßbadpläne

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Ratingen. Mit Kopfschütteln nimmt die Fraktion der Bürger-Union Ratingen (BU) die Ablehnung ihres Antrags im Stadtrat zur Verschiebung der Planung eines Spaßbades auf dem Gelände des Angerbades zur Kenntnis.

Völlig unstrittig sei, so die BU in einer Pressemitteilung, die Notwendigkeit eines Ersatzbaus für das Hallenbad. Als reines Sportbad würde ein solcher aber lediglich einen hohen einstelligen Millionenbetrag kosten. Wieso jetzt allerdings die Planung eines Bades für 30 bis 50 Millionen Euro als alternativlos dargestellt werde, erschließt sich der Wählervereinigung nicht.

„Es werden Horrorszenarien an die Wand gemalt, dass bei einem Ersatzbau drei bis fünf Jahre kein Schwimmbetrieb möglich sei. Das stimmt allerdings nicht: Ein Alternativbau eines Sportbades auf dem avisierten Standort des Spaßbades ist zum Beispiel nie diskutiert worden“, so Fraktionsvorsitzender Rainer Vogt.

Die aktuelle Energie- und Wirtschaftskrise sowie die galoppierende Inflation würden von der Ratsmehrheit als vorübergehend abgetan. Das sei ein Blick in die Glaskugel. Niemand könne voraussehen, wie lange die Krise dauert. „Daher wäre eine Verschiebung der Planung sinnvoll“, so Vogt.

Fraktionsvize Angela Diehl ergänzt: „Wir haben in Ratingen in den nächsten Jahren ganz wichtige und finanziell sehr herausfordernde Projekte zu stemmen wie die Neugestaltung des  Schulzentrums West, den Ausbau der offenen Ganztagsschule oder die neue Rettungs- und Feuerwache. Da mutet es schon abenteuerlich an, dass die anderen Fraktionen ein solch teures Projekt, das sicherlich nicht zur unmittelbaren Daseinsvorsorge zählt und Jahr für Jahr hohe Defizite für den Haushalt generieren wird, ohne Bedenken durchwinken!“

„Eine so weitreichende Entscheidung, wie der Bau zweier neuer Hallenbäder, bedarf einer detaillierten Bedarfs- und Kostenanalyse und auch der Prüfung anderer Standorte, wie in Ratingen-West in der Nähe des dortigen Schulzentrums“, so der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Robert Ellenbeck.

Es bleibe der Eindruck, dass ein Prestigeprojekte ohne Rücksicht auf Verluste durchgeboxt werden solle, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Das sei nach Auffassung der Bürger-Union den Ratingern, die jetzt den Gürtel enger schnallen sollen, nicht zu vermitteln.