Franziskus Schröer politisch interessiert

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Berlin. „Wie normal Politiker sind.“ Das ist die Erkenntnis, die Franziskus Schröer am Ende seines zweiwöchigen Schulpraktikums beim Bundestagsabgeordneten Peter Beyer (CDU) mitnimmt. Der 17-Jährige besucht das Carl-Friedrich-von-Weizsäcker-Gymnasium in Ratingen und war schon immer politisch interessiert.

Schon am ersten Tag merkte er: Der Bundestag ist weit mehr als der Plenarsaal und die Debatten, die man aus dem Fernsehen kennt. Tausende Büros für Abgeordnete, ihre Mitarbeiter, Ausschüsse und die Verwaltung verteilen sich auf 32 Gebäude in Berlin. Allein im Paul-Löbe-Haus, in dem auch Beyer sein Büro hat, befinden sich rund 510 Abgeordnetenbüros sowie 450 weitere Räume für Ausschusssekretariate und die Verwaltung.

Besonders beeindruckt zeigte sich Schröer von der Symbolik der Gebäude. Architektur, Kunstwerke und Installationen erinnern die Abgeordneten täglich daran, an welchem besonderen Ort sie arbeiten und für wen sie oft mehr als 70 Stunden in der Woche im Einsatz sind. Alle Gebäude rund um den Reichstag sind unterirdisch oder oberirdisch miteinander verbunden. So können sich die rund 10.000 Menschen, die im Bundestag arbeiten, ohne Sicherheitskontrolle zwischen den Häusern bewegen. Nur das Kanzleramt bildet eine Ausnahme. Warum das so ist, weiß Schröer inzwischen. Der Jugendliche, der sich im Jugendrat der Stadt Ratingen engagiert, erklärt: „In der Architektur spiegelt sich die Gewaltenteilung wider.“

Ein besonderer Höhepunkt war für ihn die Fraktionssitzung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion am Dienstag der Plenarwoche. Schon auf dem Weg zum Sitzungssaal füllten sich die Gänge. Politiker, Fraktionsmitarbeiter und zahlreiche Journalisten aus vielen Ländern strömten aus allen Richtungen in Richtung Fraktionsebene im Reichstagsgebäude. Im Aufzug begegnete Schröer Bundestagspräsidentin Julia Klöckner. Sie war gut gelaunt und erzählte ihren Kollegen begeistert von ihrem Teebecher aus dem Bundestagsshop. Schröer schmunzelte und stellt für sich selbst fest: „Ein bisschen wie in der Schule.“

Als sich die Aufzugstüren auf der Fraktionsebene öffneten, warteten bereits Dutzende Kameras. Ein regelrechtes Blitzlichtgewitter empfing die Politiker. Denn am vergangenen Dienstag traten die Fraktionsvorsitzenden Jens Spahn (CDU) und Alexander Hoffmann (CSU) vor die Presse und informierten über aktuelle Reformvorhaben. Ein Meilenstein, hieß es. Anschließend ging es in den Fraktionssaal. Auch Schröer durfte anfangs dabei sein. Erst als Spahn die Glocke läutete, mussten Gäste den Saal verlassen, denn hier diskutieren nur die Abgeordneten. Die Zeit bis dahin nutzte der Ratinger für ein kurzes Gespräch mit Philipp Amthor (CDU) über Themen, die Jugendliche bewegen. Ein gemeinsames Foto zur Erinnerung durfte dabei natürlich nicht fehlen.

Ebenfalls in Erinnerung bleiben ihm die Besuche bei der Konrad-Adenauer-Stiftung und dem Bundesnachrichtendienst sowie die „Sternstunde des Parlaments“, eine sogenannte Orientierungsdebatte zur Organspende. Die unterschiedlichen Argumente und Sichtweisen hätten ihn immer wieder zum Nachdenken gebracht, sagte Schröer. Dadurch habe er sich eine differenzierte Meinung bilden können. „So geht es dann wohl auch Abgeordneten“, stellte er fest.

„So lebendig habe ich Politik und Demokratie noch nie erlebt“, sagte der 17-Jährige. Nach den zwei Wochen bei Beyer in Berlin steht für ihn fest: Er möchte irgendwann in die Politik zurückkehren. Ob auf Bundesebene oder im europäischen Kontext, ist noch offen. Sicher ist für ihn nur eines: Dann nicht mehr als Praktikant.