Ratingen. Zu seinem 100. Geburtstag präsentiert das Museum Ratingen, Grabenstraße 21, eine umfassende Schau mit Glanzlichtern zeitgenössischer Kunst aus seiner Sammlung. Die Jubiläumsausstellung mit dem Titel „Linie Fläche Raum. 100 Jahre Museum Ratingen“ ist ein Parcours aus Gemälden, Zeichnungen, Skulpturen, Installationen, Foto- und Videoarbeiten. Sie veranschaulichen die Entstehung der städtischen Kunstsammlung, die auf einer kooperativen und vielstimmigen Zusammenarbeit mit Künstlern und Sammlern beruht. Mit gezielten Ankäufen seit den 1980er Jahren wurde die Sammlung systematisch weiterentwickelt. Die Freunde und Förderer des Museum Ratingen, der Nachlass Prof. Peter Brüning, und private Stifter bedachten das Museum mit Schenkungen. Ebenfalls wurden Dauerleihgaben aus der Sammlung Ganteführer sowie aus der Stiftung Kunst im Landesbesitz, Nordrhein-Westfalen, in die Sammlung integriert.
In der Schau werden Werke des Ratinger Künstlers Peter Brüning (1929-1970) aus verschiedenen Schaffensphasen mit Arbeiten von Bernard Schultze, Cy Twombly und Fritz Winter kombiniert und jüngeren Werken gegenübergestellt. So wird ein Bogen gespannt von 1945 bis heute. Zum einen setzt die Ausstellung einen Fokus auf geometrische und lyrische Abstraktion, zum anderen macht sie Darstellungen architektonischer und städtischer Strukturen zum Thema. Beispielsweise überträgt Driss Ouadahi in seiner Malerei urbane Landschaften in flächige Farbraster, und Ralf Brueck löst in seiner Fotografie Architekturelemente in abstrakte Unschärfen auf. Auch die Darstellung des Blauen Sees von Birgit Jensen, eines der Großformate in der Sammlung, ist zu sehen. Mit Marcus Schwier und Anne Schülke sind zwei Kunstschaffende beteiligt, deren Foto- und Videoarbeiten sich mit dem Stadtteil Ratingen-West auseinandersetzen, wobei sie die Architektur und das kulturelle Umfeld in ihren Blick nehmen. Thematisch wirft die Präsentation einen Blick bis nach China und Nordafrika. Einige Exponate wurden zur Ausstellung hinzugeliehen, zum Beispiel von Jan Holthoff, der in Ratingen lebt. Alke Reeh, Evangelos Papadopoulos und Paul Schwer haben räumliche Arbeiten für die Ausstellung entwickelt, die auf die Architektur des Museumsgebäudes eingehen.
In der Auseinandersetzung mit abstrakter Kunst klingt rückblickend Wassily Kandinskys Schrift „Punkt und Linie zu Fläche“ an. Diese erschien 1926, im Jahr der Ratinger Museumsgründung. Letztlich soll neben der Begegnung mit Kunst auch Sammlungs- und Institutionsgeschichte des Museums nachvollziehbar und transparent werden.
Weitere Künstler der Ausstellung sind Michael Buthe, Henriette Grahnert, Horst Keining, Jan Kolata, Rune Mields, Neringa Naujokaite, Markus Oehlen, Stefanie Pürschler, Zipora Rafaelov, Eun Nim Ro, Julian Schnabel, Max Schulze, Emil Schumacher, Antoni Tàpies und Hann Trier.
Ergänzend zur Ausstellung „Linie Fläche Raum. 100 Jahre Museum Ratingen“ eröffnet am 29. Mai 2026 die Ausstellung „Bauen als Kulturbeitrag. Die Architektur des Museum Ratingen“. Die Ausstellungen sind Teil des Programms zum diesjährigen Stadtjubiläum Ratingens. Hierfür hat das Museum Ratingen eine großzügige Förderung des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen erhalten.


