Düsseldorf. Die Mahn- und Gedenkstätte gibt im Rahmen ihrer Publikationsreihe „Spurensuche(n)“ nun eine weitere Ausgabe heraus: Einem Beschluss der Bezirksvertretung 8 folgend ist das Heft „Spurensuche(n). Die NS-Zeit im Stadtbezirk 8“ realisiert worden. Die neue Publikation wird am Dienstag, 20. Januar, 15.30 Uhr im Rathaus Eller, Gertrudisplatz 8, von Bezirksbürgermeisterin Dagmar von Dahlen gemeinsam mit den beiden Autoren Bastian Fleermann und Hildegard Jakobs von der Mahn- und Gedenkstätte vorgestellt.
„Wir danken der Mahn- und Gedenkstätte für die Erarbeitung dieses Stadtrundgangs sehr. Es ist wichtig, dass wir mit einem solchen Heft Ortsgeschichte ganz konkret nachvollziehbar machen – besonders für Schülerinnen und Schüler. Gerne haben wir als Bezirksvertretung das Projekt mit auf den Weg gebracht und finanziert“, so Dagmar von Dahlen.
Stadtrundgang mit 19 Stationen
Der heutige Stadtbezirk 8 mit seinen über 60.000 Einwohnerinnen und Einwohnern umfasst die Stadtteile Eller, Vennhausen, Lierenfeld und Unterbach. Das Heft mit Stadtrundgang mit insgesamt 19 Stationen erinnert an Verfolgte und Täter der Gewaltherrschaft, an besondere Orte und authentische Schauplätze der Geschichte, an Bauwerke und Machtzentralen, aber auch an Mitmenschlichkeit und stille Hilfen. Er macht Stadtgeschichte vor Ort und im Quartier anschaulich. Die einzelnen Stationen können zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreicht oder mit dem Öffentlichen Nahverkehr angefahren werden. Das 48-seitige Heft gibt hierzu Routen-Empfehlungen.
Station 4 erinnert zum Beispiel an die jüdische Familie Brasch, die an der Gumbertstraße 167 das „Mode- und Manufakturwarengeschäft Gebrüder Bluhm“ betrieb. Station 6 thematisiert die Denunziation des Pfarrers Richard Ludewig 1938. Die mutigen Düsseldorferinnen Lotte Wicke und Else Gores werden ebenso dargestellt wie die Zwangsarbeit in den vielen Betrieben der Gegend oder das kommunale Zwangslager für Sinti und Roma am Höherweg in Lierenfeld. Auch an Täter aus SA, NSDAP und Polizei wird erinnert.
„Uns ist es bei diesen Heften wichtig, eine möglichst breite Darstellung der Ereignisse zwischen 1933 und 1945 abzubilden“, so Bastian Fleermann und Hildegard Jakobs. „Wir hoffen, dass vor allem junge Menschen aus den örtlichen Schulen sich auf den Weg machen, ihr Stadtquartier aus dieser Perspektive heraus neu kennenzulernen.“
Hintergrund
Die beliebte Reihe „Spurensuche(n)“ liegt seit Sommer 2022 für den Stadtbezirk 6 (Lichtenbroich, Unterrath, Rath und Mörsenbroich) und seit Februar 2025 für den linksrheinischen Stadtbezirk 4 (Oberkassel, Heerdt, Lörick und Niederkassel) vor. Weitere Ausgaben sind geplant für die Stadtbezirke 7 (Gerresheim, Grafenberg, Ludenberg, Hubbelrath und Knittkuhl) und 2 (Flingern-Nord und -Süd und Düsseltal). Die dortigen Bezirksvertretungen haben Ende 2025 entsprechende Anträge gestellt. Auf expliziten Wunsch der Bezirksvertretungen werden die Hefte stets gratis abgegeben. Sie sind in den entsprechenden Bezirksverwaltungsstellen sowie in der Mahn- und Gedenkstätte, Mühlenstraße 6 und 29, zu erhalten.


