Lampisten: Ausstellung des Karnevalwagens

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Lintorf. Wenn in den Abendstunden an der Wedauer Straße noch gearbeitet, gelacht und geklebt wird, dann sind dort die Lampisten am Werk. Der junge, aber längst etablierte Ratinger Karnevalsverein, der sich selbst die Wagenbauer nennt, hat Anfang Dezember seine neue Wagenbauhalle bezogen und bringt damit nicht nur frischen Wind, sondern auch Farbe nach Lintorf.

„In der Halle entsteht derzeit der fünfte große Mottowagen der Lampisten“, so Geschäftsführer Andreas Kaufmann. Nach Themen wie der Westbahn, Digitalisierung, Zusammenhalt, „Jeck mit Respekt“ und den „Träumen Ratingens“ steht die Session 2025/26 unter einem ganz besonderen Stern: „Wir starten die Rakete für 750 Jahre Ratingen“. Der Verein, der sich als „Ratingens etwas anderer Karnevalsverein“ versteht, möchte das Stadtjubiläum würdig und mit Humor in Szene setzen. „Wie gewohnt auf unsere ganz eigene, kreative Art“, so Gründungsmitglied Anton Johann, der gemeinsam mit Tobias Thrun, Simone und Magnus Werthebach, Rebecca Overmans, Silke Kemper, Mats Warning und Nicole van der Lest derzeit an der „Außenhaut“ des Wagens klebt.

Handwerk, Herzblut und 1500 Stunden Arbeit
Gebaut wird der neue „kleine Lampion“, wie die Mitglieder ihren Wagen liebevoll nennen, auf einem ausrangierten City‑Trailer. Im Einsatz ist dabei wieder die aus Düsseldorf bekannte Leichtbauweise, bei der mit Draht, Leim und Papier gearbeitet wird. Sie ermöglicht große, stabile Figuren. Alle 18 Vereinsmitglieder arbeiten in den Wochen bis Karneval an dem Projekt und investieren rund 1500 Arbeitsstunden – reines Ehrenamt. „Wir zeigen damit, wie vielfältig das Vereinsleben im Karneval sein kann“, sagt der zweite Vorsitzende Niklas Golz. „Karneval ist auch Handwerk, Kreativität und vor allem Gemeinschaft“, ergänzt er.

Offene Türen für neugierige Besucher
Trotz aller Betriebsamkeit darf in diesem Jahr hin und wieder über die Schulter geschaut werden. An ausgewählten Tagen geben die Lampisten Einblicke, ohne jedoch zu viel vom fertigen Wagen zu verraten. „Ein bisschen Spannung muss bleiben“, schmunzelt Cornelia Kaltenborn, die sich freut, dass sie ihr Hobby auf diese Weise mit ihren Enkelkindern teilen kann.

Wie der Jubiläumswagen am Ende wirklich aussieht, wird traditionell erst bei der großen Wagenenthüllung am Karnevalssamstag, 14. Februar, um 16.30 Uhr in der neuen Wagenbauhalle an der Wedauer Straße 34 gezeigt. Erst dann lüftet sich das Geheimnis des „kleinen Lampion“, bevor er im Lintorfer und im Ratinger Karnevalszug zum bunten Statement wird. Neben dem Motiv, wird es diesmal auch wieder einige technische Spielereien an dem Wagen geben. „Wir arbeiten an einer Lichtkonstruktion, die Teil des Motivs sein wird“, so Kaufmann, der gemeinsam mit Daniel Georg, Markus Grüneberg, Sascha Peters und Max Julius Werthebach neben der Programmierung, die gesamte Technik im Blick hat.

Mehr als närrisches Treiben
Seit ihrer Gründung 2019 steht die Karnevalsgesellschaft Lampisten nicht nur für gute Laune, sondern auch für Haltung. Der Verein ist aus einer Initiative entstanden, die sich in Ratingen immer wieder gegen Ausgrenzung und für Miteinander stark gemacht hat. „Diese Mischung aus gesellschaftskritischem Bewusstsein, Humor und Teamgeist prägt bis heute das Selbstverständnis der Gruppe“, so die Vorsitzende Melanie Meyer, die der kreative Kopf des Vereins ist. Und so ist auch der aktuelle Wagen wieder ein Gesamtwerk aus Kreativität, handwerklichem Geschick und lokalem Stolz. „Es ist ein bunter Gruß aus Lintorf für eine Stadt, die in diesem Jahr auf 750 Jahre Geschichte zurückblickt“, so Meyer, die sich gemeinsam mit ihren Lampisten auf eine ausgelassene Session freut.

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