Restaurant Schwarzebruch: Ausflugslokal im Wald

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Lintorf. Es liegt verkehrsgünstig und ist in nur 30 Minuten vom Bahnhof Hösel und in 40 Minuten vom Bahnhof Ratingen erreichbar – „auf nur schattigen Waldwegen“: das Lintorfer Restaurant Schwarzebruch an der Mülheimer Straße. Das verrät eine Ansichtskarte aus dem Jahr 1907. Und die ist in der neuen Quecke des Heimatvereins Lintorf, die am vergangenen Wochenende erschienen ist und für 8,50 Euro in Buchhandlungen und den bekannten Geschäften erhältlich ist.

Vermutlich wissen nur die wenigsten Lintorfer, die auf der Mülheimer Straße an dem Haus vorbei fahren, dass der Schwarzebruch zu Lintorf gehört und Anfang des vergangenen Jahrhunderts ein Ausflugslokal beherbergte. Immerhin kann man sich vorstellen, zu Fuß vom Höseler oder Ratinger Bahnhof zum ehemaligen Restaurant zu gelangen – auch auf schattigen Waldwegen. Es scheinen also heiße Sommer im wilhelminischen Kaiserreich gewesen zu sein, wenn schattige Waldwege Werbung für ein Ausflugslokal sind. Übrigens gab es auf der Ansichtskarte noch den Hinweis, dass man von Hösel aus nur am Bahndamm entlang gehen müsse. Wirt war 1907 dort Robert Bröcker.

Die Postkarte vom Schwarzebruch ist nur eine von insgesamt zwölf im Artikel in der neuen Quecke. Dietmar Fahls, Archivar und stellvertretender Vorsitzender des Vereins Lintorfer Heimatfreunde (VLH), hat die Postkarten aus dem Vereinsarchiv zusammengestellt. Die colorierten Karten zeigen den Bürgershof und die Gaststätte Albert Kaiser, die Restauration Jakob Mecklenbeck, die Gartenwirtschaft „zum neuen hohlen Weg“ in Eggerscheidt, die Auermühle im Angertal oder Doerenkamp am Krummenweg. Aber auch die Waldschänke Eule und den Jägerhof aus Hösel.

Die alten Ansichtskarten machen Lust, all diesen Gaststätten, sofern es sie denn noch gibt, im kommenden Jahr einen Besuch abzustatten und dabei schattigen Waldwegen zu folgen, nicht unbedingt dem Bahndamm. Der Artikel macht aber auch Lust auf all die anderen Artikel in der neuen Quecke, die der Redaktionskreis des Heimatvereins unter der Leitung von Barbara Lüdecke, der Vorsitzenden des Vereins, in bewährter Qualität veröffentlicht hat.