Lintorfs größter Sohn Johann Peter Melchior

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Lintorf. In diesem Jahr wäre Lintorfs größter Sohn, Johann Peter Melchior, 275 Jahr geworden. Am 10. März 1747 wurde Johann Peter in der St. Anna-Kirche getauft. Das genaue Geburtsdatum überliefern die Kirchbücher nicht. Doch dürfte der Junge ein oder zwei Tage zuvor geboren worden sein. Melchior wurde später Modellmeister in der Porzellanmanufaktur Höchst. Ein Denkmal vor dem alten Rathaus an der Speestraße erinnert an den Lintorfer Künstler.

Schon früh Waise, verbrachte Melchior seine Kindheit als Hütejunge. Die Pfarrer Engelbert Lövenich und Andreas Esch der katholischen Kirchengemeinde erkannten das künstlerische Talent des Jungen. Mit 15 Jahren ging er zu einem Düsseldorfer Bildhauer in die Lehre. Doch hielt es den jungen Melchior dort nicht lange. Nach eigenem Bekunden konnte er bei dem Bildhauer nichts lernen.

Über Aachen zieht es Johann Peter Melchior 1765 nach Mainz, wo er seine eigentliche künstlerische Ausbildung erfährt. Schon bald wird er als Modellmeister in der Porzellanmanufaktur Höchst des Mainzer Kurfürsten angestellt. 1770 wird er zum kurmainzischen Hofbildhauer ernannt. In Mainz lernt Melchior Maria Barbara Patz kennen, die er im November 1770 heiratet. Während der Mainzer Jahre unterhält er enge Beziehungen zur Familie des Dichters Johann Wolfgang Goethe, den er 1775 porträtiert.

Schließlich verlässt Melchior Mainz. Kurfürst Karl Theodor von der Pfalz holt ihn an die kurpfälzische Porzellanmanufaktur nach Frankenthal. Neben seinen künstlerischen Arbeiten verfasst er hier auch kunsttheoretische Schriften. 1791 schließt die Manufaktur wegen der Kriegswirren im Gefolge der Französischen Revolution. Zwei Jahre später verlässt Melchior Frankenthal.

Die folgenden Jahre sind von Krankheit und Armut geprägt. Zwar holt ihn Kurfürst Karl Theodor 1797 als Modellmeister an seine Nymphenburger Manufaktur, doch leidet Melchior zunehmend unter Krankheiten. Nach 25jähriger sehr schöpferische Tätigkeit in Nymphenburg wird er 1822 wegen körperlichen ebrechen pensioniert. Drei Jahre später, am 13. Juni 1825, stirbt Johann Peter Melchior und wird in München beerdigt.