Ratingen. Der Stadtrat hat am Dienstag einstimmig die Neugestaltung der OGS-/OGATA-Beiträge für das Schuljahr 2026/27 verabschiedet. Die Grünen konnten in den vorhergehenden Beratungen für sie wichtige Verbesserungen durchsetzen: geringerer Beitrag für das erste Geschwisterkind, erweiterte Beitragsfreiheit für weitere rund 50 Kinder sowie gestaffelte Regelungen für hohe Einkommen.
„Aus ideeller Sicht favorisieren wir natürlich kostenlose Bildung für alle. Praktisch lässt sich das aktuell jedoch nicht realisieren, ohne die Qualität des Angebots aufs Spiel zu setzen. Deshalb war es für uns wichtig, eine sozial ausgewogene Lösung zu erreichen“, so die Grüne Ratsfrau und stellvertretende Bürgermeisterin Barbara Esser.
Die Stadt Ratingen, steht wie viele andere Kommunen vor einer enormen Herausforderung: Der neue, bundesgesetzlich verankerte Anspruch auf Ganztagsbetreuung wächst jährlich. Ratingen muss deutlich mehr Ganztagsplätze bereitstellen als ursprünglich angenommen – die Verwaltung rechnet langfristig mit rund 95 Prozent der Grundschulplätze, die gleichzeitig Ganztagsplätze sein werden. Das treibt die Kosten, zumal sich Betreuungszeiten, Ferienbetreuung und Lohnkosten erhöhen.
Konkret konnten die Ratinger Grünen durchsetzen, dass das erste Geschwisterkind nicht wie von der Verwaltung ursprünglich vorgeschlagen 50 Prozent, sondern nur 30 Prozent des regulären Beitrags zahlt. „Und wichtig für viele Familien: Waren bislang Kinder in OGATA und Kita parallel, musste für beide der volle Satz gezahlt werden — künftig greift in diesen Fällen die Geschwisterkinderregelung ebenfalls. Außerdem wurde die Einkommensgrenze für Beitragsfreiheit erhöht — das entlastet Familien in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten und bringt etwa 50 weitere Kinder in Ratingen in die Beitragsfreiheit. Auch in der Gruppe der höheren Einkommen werden zusätzliche Abstufungen eingeführt (bis über 130.000 Euro), sodass die Finanzierung gerechter verteilt wird“ so Esser, die für die Grüne Ratsfraktion den Bereich Schule verantwortet.
Um die Betreuungsbedarfe künftig genauer im Blick zu haben, wird die Stadt ab sofort jährlich eine Auswertung, darüber erstellen, wie viele Kinder die OGATA in den einzelnen Einkommensgruppen nutzen. Das hatte zuvor der GRÜNE sachkundige Bürger Jochen Celler, im Jugendhilfeausschuss angestoßen.
„Diese Neuregelung ist ein verantwortungsvoller Kompromiss aller demokratischer Parteien: Sie sorgt dafür, dass wir die Qualität der Betreuung erhalten, Familien gezielt entlasten und eine gerechtere Verteilung der Kosten sicherstellen,“ so das Fazit der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Julia Merkelbach.

