Ratingen. Der Kulturkreis Hösel präsentierte als Veranstalter am vergangenen Sonntag erstmalig einen richtungsweisenden Auftritt des Konzertchores Ratingen unter der genialen musikalischen Leitung von Professor Thomas Gabrisch. Richtungsweisend, indem der Chor die traditionellen Pfade verließ und eine leidenschaftliche Begegnung von klassischer Chorkultur mit der puren Freiheit des Jazz wagte.
Ein stilübergreifendes Konzert mit zwei Jazz Messen und einem Jazz-Quartett in der gut gefüllten St. Bartholomäus-Kirche. Der Konzertchor wurde unterstützt von Sängern aus dem Chor der Landeregierung.
Dieser gelungene Start einer wunderbaren Zusammenarbeit zwischen dem Kulturkreis Hösel und dem Konzertchor Ratingen beweist, wie richtig die Entscheidung für diese Kooperation war und ist,
die beide in Zukunft verstärken werden.
Den Auftakt machte Bob Chilcotts A Little Jazz Mass. Chilcott bettet den sakralen Geist der lateinischen Messe in ein feines, unaufdringliches Jazz-Gewand.
Danach wechselte das Rampenlicht zum Saxophon und dem Jazz-Trio, bestehend aus Piano (Thomas Gabrisch), Bass (René Lozynski) und Schlagzeug (Alexander Maczewski). Mit der Suite des französischen Meister-Arrangeurs Claude Bolling präsentierten die Instrumentalisten ein Bravourstück des Crossover.
Das fulminante Finale des Abends gehörte der monumentalen Mass in Blue von Will Todd. Der Komponist setzt den Messetext hinein in ein weitgespanntes Geflecht aus Blues-Harmonien, treibenden Swing-Rhythmen und energetischen Band-Klängen. Gemeinsam mit der jungen, charismatischen Sopranistin Dioklea Hoxha brachte der Chor und die Jazz-Formation eine stimmliche Wucht und Dynamik auf die Bühne, die das Publikum zu langandauerndem stürmischen Beifall führte.
Noch am selben Abend ging eine begeisterte Mail eines Zuhörers ein:„Ich möchte mich bei den Verantwortlichen des Kulturkreises für diesen wunderbaren gestrigen Abend bedanken. Das Konzert in der Kirche hat mich total begeistert und beeindruckt, es wird eine bleibende Erinnerung sein.“

