Ratingen. Die Stadthalle Ratingen ist seit dem Jahr 1976 in Betrieb und damit seit dem 700. Geburtstag der Stadt Ratingen vor 50 Jahren. Damit ist die Stadthalle sowohl in der Konstruktion wie auch im Nutzungskonzept ein Kind dieser Zeit.
Bereits 2014 wurde von Teilen der Politik die „Zukunftsfähigkeit der Halle in Frage gestellt und 2019 wurden auf Initiative des Bürgermeisters finanzielle Mittel für einen begrenzten Umbau zur Verfügung gestellt, verbunden mit der Frage nach der mittel- und langfristigen Perspektive. Seiher ist nichts mehr unternommen worden.
Im bestehenden Gebäude der Stadthalle stehen nur der große Saal, der Angersaal, das ungenutzte Restaurant und einige wenige Nebenflächen zur Verfügung. Damit sind die Möglichkeiten für Vereine, Brauchtum und Ratinger Firmen durch die starren räumlichen Gegebenheiten absolut nicht mehr zeitgemäß. Professionelle Veranstalter weichen immer häufiger auf andere Hallen aus, was den finanziellen Aufwand zum Erhalt des Geschäftsbetriebs immer höher werden lässt.
Die Stadthalle ist vor über 50 Jahren gebaut worden und damit bald im sechsten Jahrzehnt ihres Bestands. Besonders die empfindliche Spannbetondecke weist eine beachtliche Langlebigkeit auf, denn viele Hallen mit dieser Deckenkonstruktion sind nicht mehr in Betrieb. Auch wenn die Decke der Stadthalle regelmäßig statisch untersucht wird und bisher von gefährdenden Schäden nichts bekannt ist, so hat insbesondere die Decke keine unbefristete Bestandsgarantie.
Sollte es zu einer Einschränkung oder gar zu einer kurzfristigen Schließung der Halle kommen, stünde Ratingen jahrelang ohne Stadthalle da. Die notwendigen Verfahrensschritte in einem solchen Fall wie Konzeptwettbewerb, Architekturwettbewerb, Beteiligung der Ratinger Bürgerschaft, Ausschreibung und anschließende Vergabe sowie der Bau würden Jahre in Anspruchnehmen.
Wie bereits kurz angesprochen ist der Geschäftsbetrieb defizitär. Der Restaurantbetrieb ist schon vor Jahren eingestellt worden, dieser Teil des Gebäudes ist ungenutzt. Hinzu kommt der Umstand, dass die Betriebskosten ständig steigen und insbesondere die gesamte Gebäudetechnik sowie der energetische Zustand der Stadthalle längst nicht mehr auf dem aktuellen Stand sind. Insoweit muss man über den aktuellen Zustand der Halle nachdenken, aber mehr noch über die mittel- bis langfristigen Perspektiven mit allen damit verbundenen Risiken, zumal damit auch die Chance auf die Ertüchtigung des Stadthallenparks verbunden wäre.
Deshalb beantragt die Fraktion der FDP, in den Haushalt für das Jahr 2026 einen Betrag von 100.000 Euro für eine Machbarkeitsstudie zum Ersatz der Stadthalle bereit zu stellen. Die Machbarkeitsstudie soll die Analyse der jetzigen Stadthalle einschließen. Die Machbarkeitsstudie soll den Gremien bis spätestens Ende 2026 vorgelegt werden.


