Lintorf/Ratingen. Das Lintorfer Ratsmitglied Detlev Czoske (Bürger-Union Ratingen) teilte jetzt seinen Austritt aus dem Heimatverein Ratinger Jonges mit. Grund ist die Aufnahme des Ratinger AfD-Funktionärs Bernd Ulrich in den Ratinger Verein.
„Die damit zum Ausdruck gekommene Sympathie mindestens eines Vorstandsmitglieds der Ratinger Jonges stellt für mich einen gravierenden Bruch mit den Werten dar, die ich bislang mit unserem Verein verbunden habe“, so Detlev Czoske in seinem Schreiben des Austritts an den Vorstand des Vereins. Die Aufnahme des Parteifunktionärs sei eine Positionierung, die er nicht mittragen könne. Daran ändere auch nichts der auf Druck der Öffentlichkeit ausgesprochene Entzug der Mitgliedschaft von Bernd Ulrich.
„Ich kann und will nicht Teil einer Gemeinschaft sein, welche Personen mit einer solchen politischen Ausrichtung eine Plattform bieten wollte“, erklärt Czoske. Damit habe der Vorstand eine eindeutige Grenzüberschreitung des Heimatvereins vollzogen.
Eigentlich hatte Czoske den Rücktritt oder mindestens die Vertrauensfrage des gesamten Vorstands erwartet, um den Weg frei zu machen für einen Neuanfang. Aber der fast gesamte Vorstand wolle offenbar an den Posten bleiben. Das Image des Vereins sei durch diese Haltung auf Dauer beschädigt. „AfD-Funktionäre mit rechtsradikalem Gedankengut in den Heimatverein aufzunehmen, hat nichts mit Heimatliebe zu tun“, sagt Czoske.
Der Vorstand und insbesondere Vorsitzender Edgar Dullni habe sich in der Mitgliederversammlung nicht eindeutig positioniert. Das Gegenteil sei der Fall. Leider habe der Baas betonte, dass er die Verantwortung übernehme, aber er dies eigentlich gar nicht wolle und sich auch keiner Schuld bewusst sei.
Insbesondere die Tatsache, dass Dullni in seinen Ausführungen zu Beginn der Versammlung Bastian Fleermann als „Buhmann“ verunglimpfte. Er habe ihn sogar bezichtigt, für die gesamte Kampagne gegen die Ratinger Jonges wegen Ulrichs Aufnahme verantwortlich zu sein. „Herrn Fleermann gehört mein absoluter Respekt, er hat eine klare Haltung, zeigt eine klare Kante gegen den aufsteigenden Rechtsradikalismus in unserem Land und hat eine notwendige Diskussion losgetreten“, sagte Detlev Czoske. Der Vorstand sollte den Weg frei für einen Neuanfang machen. „Die Jonges und Ratingen haben es verdient, insbesondere im Jubiläumsjahr!“


