Lintorf. Bunte Luftballons mit Clowngesichtern, ein paar rote Nasen und viele strahlende Gesichter: In der Kinderklinik des Florence-Nightingale-Krankenhauses ging es am vergangenen Samstag ungewöhnlich fröhlich zu. Die Lampisten waren zu Besuch gekommen und hatten neben den Luftballons noch etwas anderes im Gepäck: Eine Spende über 25.500 Euro.
Am 22. August hatten die Lampisten zum sechsten Mal zu ihrem Benefizfestival eingeladen. 1.000 Besucher feierten in Lintorf für den guten Zweck. “Bereits vier Wochen vor der Veranstaltung waren sämtliche Eintrittskarten verkauft. Dass am Ende eine Spendensumme von 25.500 Euro zusammenkommen würde, war allerdings keineswegs selbstverständlich”, erläutert Geschäftsführer Andreas Kaufmann, denn jedes Jahr würden die Rahmenbedingungen andere. Kostensteigerungen, die finanzielle Lage der Unternehmerinnen und Unternehmer, die das Event maßgeblich unterstützen, aber auch das Wetter sei eine Wildcard.
„Wir haben das Lintorf Open Air vor einigen Jahren ins Leben gerufen, weil wir helfen wollten. Damals ging es um die Menschen, die von der Flutkatastrophe im Ahrtal betroffen waren. Aus dieser Idee ist inzwischen etwas gewachsen, das weit über einen schönen Sommerabend hinausgeht“, sagt Melanie Meyer, Vorsitzende der Lampisten. „25.500 Euro sind für einen kleinen Verein wie unseren eine unglaubliche Summe. Dahinter stehen viele Menschen, die ihre Freizeit investieren, anpacken, mitfeiern oder uns unterstützen. Und wenn wir mit diesem Geld dafür sorgen können, dass ein krankes Kind für einen Moment seine Schmerzen vergisst oder ein älterer Mensch wieder einmal herzlich lacht, dann wissen wir, wofür wir das alles machen.“ In diesem Jahr fiel die Wahl der Spendenbegünstigten auf zwei Angebote der Kaiserswerther Diakonie: die Klinikclownin im Florence-Nightingale-Krankenhaus und die ROTEN NASEN, die regelmäßig ältere Menschen im Haus Salem in Lintorf besuchen.
Was die Clownsvisiten bewirken können, wissen die Mitarbeitenden der Kaiserswerther Diakonie aus ihrem Alltag. Gerade für Kinder bedeutet ein Krankenhausaufenthalt häufig Angst, Unsicherheit und die Trennung vom gewohnten Umfeld. Die Klinikclownin bringt Abwechslung in diesen Alltag. Mit Humor, kleinen Späßen und manchmal auch ganz leisen Momenten schafft sie Begegnungen, die den Kindern guttun. Ähnlich ist es im Haus Salem in Lintorf. Dort besuchen die ROTEN NASEN regelmäßig die Bewohnerinnen und Bewohner. Ihre Auftritte bieten Unterhaltung, persönliche Zuwendung und gemeinsame Erlebnisse. Beide Angebote werden von professionell ausgebildeten Clowns angeboten, die für die Aufgaben im Klinikbetrieb besonders geschult sind.
„Wir sind den Lampisten und allen, die zu diesem großartigen Ergebnis beigetragen haben, von Herzen dankbar“, sagt Christine Taylor, Geschäftsführerin der Förderstiftung der Kaiserswerther Diakonie. „Die Clownsvisiten sind eine wertvolle Ergänzung unserer medizinischen und pflegerischen Angebote und ausschließlich durch Spenden möglich. Mit dieser großzügigen Unterstützung können wir Kindern im Krankenhaus und älteren Menschen im Haus Salem weiterhin besondere Momente schenken.“
“Dass ein Verein, wie die Lampisten, eine solche Summe erwirtschaftet, ist vor allem dem Engagement zahlreicher Helfer und Unterstützer, wie dem Deutschen Roten Kreuz und der Schützenbruderschaft Lintorf, zu verdanken”, so Niklas Golz, zweiter Vorsitzender. Die Lampisten sind längst nicht mehr ausschließlich während der fünften Jahreszeit aktiv. Mit dem LOA haben sie eine Veranstaltung etabliert, deren Erlös sozialen und gemeinnützigen Zwecken zugutekommt. „Lommer senge“, das Weihnachtssingen auf der Drupnas, ist ebenfalls ein gesellschaftsverbindende Veranstaltung, die ebenso wie alle anderen Aktivitäten der Lampisten zeigt, wie sich Brauchtum modern weiterentwickeln und ihrem gemeinnützigen Auftrag gerecht werden kann.
Zu den Unterstützern des LOA gehört auch der Lions Club Ratingen, der das Festival finanziell und tatkräftig begleitet. Bei der Spendenübergabe wurde der Club durch Dr. Reza Pasha und Jan Fleermann vertreten.
Für die Lampisten waren neben der Vorsitzenden Melanie Meyer auch Geschäftsführer Andreas Kaufmann sowie Simone Werthebach, Anton Johann und Sascha Peters nach Kaiserswerth gekommen. Die Spende nahmen Christine Taylor, Doris Wächtershäuser vom Sozialen Dienst des Hauses Salem, Dr. Martin Berghäuser, Chefarzt der Kinderklinik, sowie Nicole Marmo, Pflegerische Abteilungsleitung der Kinderklinik, entgegen.
Und die bunten Clown-Luftballons? Die wurden nach der Übergabe an die Kinder auf der Station verteilt. Ein kleines Geschenk, das an diesem Tag bereits für die ersten fröhlichen Gesichter sorgte.

