Nachhaltige Mobilität: Mit drei Rädern zurück zur Freiheit

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Langsam rollt meine Oma mit ihrem neuen Dreirad aus der Garage. 65 Jahre lang ist sie mit dem Fahrrad unterwegs gewesen, doch nach einer Fußoperation und daraus resultierenden Problem mit dem Halten des Gleichgewichtes geht das nicht mehr gut. Auf das Fahrradfahren verzichten? Keine Option! Nun kommt die Rettung: ein Dreirad.

Viele verbinden nachhaltige Mobilität mit E-Autos oder dem öffentlichen Nahverkehr. Genauso war es auch bei der Young Leaders1 Akademie vom 2. bis 7. Juni 2026 in Paderborn in unseren Diskussionen unter Jugendlichen.

Doch auch ein Dreirad kann einen wichtigen Beitrag leisten. Zudem gibt es viele Vorteile bei einem Dreirad. Ein solches Fahrrad unterstützt ein sicheres Training, um die Muskelkraft und Ausdauer, sowie die Koordination zu verbessern. Das Benutzen eines Dreirades auch “Therapierad” genannt, wird häufig von einem leistungsstarken Motor unterstützt, um die Fahrt zu vereinfachen.

Um mehr über diese besondere Form der Mobilität zu erfahren, habe ich (Lil Pieper) mit Jürgen Weber gesprochen. Er arbeitet seit vielen Jahren im Verkauf von Therapierädern und hat auch meiner Oma eins verkauft.

Dreiräder sind besonders für Personen geeignet, welche nicht mehr über eine gewisse Standfestigkeit verfügen, erklärt Weber. Dafür können Erkrankungen oder auch schlechte Erfahrungen auf einem Zweirad ursächlich sein. Trotzdem betont er, dass grundsätzlich jeder ein Dreirad fahren könne- entscheidend sei nur, dass man sicher am Straßenverkehr teilnehmen kann.

Wer sich für ein Dreirad interessiert, sollte zunächst eine Erstberatung in einem Dreirad Fachgeschäft mit einer möglichen Probefahrt machen. Auch das empfiehlt Weber. Genau diese Erfahrung machte auch meine Oma. Ursprünglich wollte sie ein Modell mit zwei Rädern vorne kaufen. Nach mehreren Probefahrten entschied sie sich jedoch dagegen, denn die Fahrweise ist vom normalen Fahrrad fahren zu unterschiedlich und für ihre Bedürfnisse gibt es bessere Optionen.

Ein großes Thema ist allerdings der Preis. Hochwertige Therapieräder mit Motor kosten schnell mehrere tausend Euro. Doch warum sind die so teuer?

Die Fahrzeuge im Dreiradsegment werden größtenteils in Europa hergestellt. Die Stückzahlen sind derzeit noch nicht so hoch, sodass sich eine Produktion außerhalb Europas lohnen würde. Das macht diesen Fahrzeugtyp kostenintensiv. Aber auch die Technik ist aufwendiger als die eines klassischen E-Bikes. Ein höheres Eigengewicht und auch höhere Eigenfertigung bestimmter Teile wie Achsen, Differenzial, Achsschenkellenkung usw. beeinflussen den Preis, so Weber.

Für viele Interessierte stellt sich deshalb die Frage nach einer finanziellen Unterstützung. Laut Weber gibt es leider kaum Möglichkeiten für eine Förderung durch gesetzliche Krankenkassen, da diese Fahrzeugkategorie als “Freizeitartikel” gelistet ist. Ansonsten gibt es verschiedene Stiftungen, die unter bestimmten Voraussetzungen unterstützen.

Diese Förderungen sollten durchaus steigen, denn bekannt ist, die Anzahl an Radfahrern sinkt.

Das Bundesministerium für Verkehr fasst zusammen, dass viele junge und ältere Menschen weniger Fahrrad fahren als vor ein paar Jahren. In den Altersgruppen zwischen 11-13, 14-17 und 18-29 Jahren sinkt die Radfahrerquote um ein paar Prozent. Genauso wie bei den Senioren. Im Alter zwischen 65-74 sinken die Prozente um 4 Prozent und im Alter von 75 und älter um 12 Prozent. (Erhebungsdaten aus Mobilität Deutschland 2017-2023 Auswertung PTV).

Für meine Oma hat sich die Anschaffung gelohnt. Sie ist wieder selbstständig unterwegs, kann Einkäufe erledigen oder einfach eine Fahrradtour genießen. Das Therapiedreirad schenkt ihr nicht nur mehr Sicherheit, sondern auch ein Stück Lebensqualität zurück. Es zeigt, dass nachhaltige Mobilität nicht nur gut für die Zukunft ist – sondern Menschen jeden Alters dabei helfen kann, aktiv und selbstbestimmt zu bleiben.

“Young Leaders”
“Die young leaders GmbH ist ein Unternehmen, das in Deutschland und Europa überparteilich und überkonfessionell Bildungsveranstaltungen für junge Multiplikatoren durchführt.
Ziel ist die Förderung junger Menschen, die sich im Alter von 15 – 21 Jahren ehrenamtlich für Andere engagieren und dabei schon erste Führungsverantwortung übernehmen. Daher kommt auch unser Name „young leaders“.
Dabei arbeitet die young leaders GmbH europaweit zusammen mit Ministerien, Unternehmen und Verbänden aus der Wirtschaft sowie gemeinnützigen Stiftungen.” (https://young-leaders.net/ueber-uns) Für die Teilnahme an der Akademie in Paderborn wurde ich von meiner Schule vorgeschlagen.