Lintorf. Wer am vergangenen Sonntag den Weg auf die Anlage des Lintorfer Tennisclubs (LTC) fand, erlebte hochklassigen Sport ganz nah. Trotz anfänglicher leichter Regenschauer verwandelte sich das Vereinsgelände in eine gut besuchte Tennis-Arena. Zwischen 500 und 600 Zuschauer trotzten den unbeständigen Wetterbedingungen und machten den Aktionstag zu einem der größten Erfolge der jüngeren Vereinsgeschichte.
Den offiziellen Startschuss gab Bürgermeister Patrick Anders, der in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung des Ehrenamts und solcher sportlichen Höhepunkte für die gesamte Region hervorhob. Kurz darauf folgte der erste Höhepunkt für die Tennisfans: Profi Mischa Zverev fuhr in einem Fahrzeug des Tour-Hauptsponsors Lexus direkt auf das Gelände und hielt unter großem Applaus vor der eigens aufgebauten Bühne. Neben Zverev schlug weitere Prominenz auf: Grand-Slam-Sieger Andreas „Andy“ Mies und Ex-Profi Björn Phau komplettierten das namhafte Trainer- und Spielerensemble.
Auch abseits der Ascheplätze war für Programm gesorgt. Bei einem separaten Gewinnspiel des Anbieters „Tennistraveller“ stand eine Urlaubsreise auf die Malediven als Hauptpreis im Fokus. Parallel dazu rissen sich die Besucher um die Lose der clubinternen Tombola. Hier gab es unter anderem von der Tennisschule AR Tennis gespendete Rackets, eine mobile Trainingswand der Marke „Hitpartner“ sowie handsignierte Devotionalien von Alexander „Sascha“ Zverev, Mischa Zverev und Andy Mies zu gewinnen.
Der gute Zweck stand an diesem Tag ohnehin im Vordergrund. Unter dem Titel „Play the Pro“ erhielten ambitionierte Amateursportler gegen eine Spende die Gelegenheit, ein kurzes Einzel gegen Doppel-Spezialist Andy Mies zu bestreiten. Die Einnahmen aus dieser Aktion flossen zu 100 Prozent in die Alexander Zverev Stiftung, die sich für an Diabetes erkrankte Kinder einsetzt.
Auch abseits des Platzes engagierte man sich lokal: Das reichhaltige Kuchenbuffet wurde von der Kindertagesstätte Friedrichskothen organisiert. Der gesamte Erlös aus dem Verkauf kommt hier dem Förderverein der „Kinderarche Friedrichskothen“ zugute. Im Anschluss an diese Aktionen gaben Phau und Mies in einem Doppelworkshop taktische Kniffe an die Vereinsmitglieder weiter.
Den sportlichen Abschluss bildete ein hochkarätiges Show-Doppel. Die frischgebackenen Deutschen Meister des LTC, Marc Hoppius und Kai Reucher, forderten das Profi-Duo heraus. Die Lintorfer Lokalmatadore zeigten phasenweise hochklassiges Tennis und verlangten den Profis einiges ab. Am Ende setzte sich zwar die Routine der Weltklasse-Spieler durch, der Unterhaltungswert blieb dennoch hoch: Die Akteure kommentierten das Spielgeschehen scherzhaft über Mikrofone. Selbst der eigentlich verletzte Mischa Zverev ließ es sich nicht nehmen, spontan zum Schläger zu greifen und für einige Ballwechsel im Doppel mitzuwirken.
Zum Ausklang wartete ein weiteres Stück Sportgeschichte zum Anfassen: Bei einer abschließenden Autogrammstunde präsentierte Andy Mies seinen originalen Siegerpokal der French Open, der als begehrtes Fotomotiv diente.
Ein Event dieser Größenordnung erfordert eine monatelange Logistik. Hauptsponsor Lexus zeigte sich mit der Resonanz und dem reibungslosen Ablauf in Lintorf hochzufrieden. LTC-Organisator Arne Dammann zog am Abend ein sichtlich bewegtes Fazit: „Alle Beteiligten – vom Verein über die Mitglieder bis hin zu den Gästen – sind glücklich und hochzufrieden nach Hause gegangen. Mein ganz persönlicher und größter Dank gilt den vielen ehrenamtlichen Helfern des LTC. Ohne diesen unermüdlichen Einsatz im Hintergrund, gerade bei den wetterbedingten Herausforderungen am Morgen, wäre dieser Tag niemals so erfolgreich verlaufen.“
Geht es nach den Verantwortlichen, soll die Veranstaltung keine Eintagsfliege bleiben. Man wolle das Event im nächsten Jahr gerne wieder in dieser Besetzung nach Ratingen holen. Mischa Zverev signalisierte bereits Bereitschaft: „Die Stimmung hier in Lintorf war überragend und die Organisation top. Ich komme im nächsten Jahr unglaublich gerne wieder.“ Und im Verein hofft man insgeheim noch auf ein weiteres Highlight: Vielleicht schlägt in Zukunft auch einmal Weltstar Sascha Zverev auf.

