A44 kommt – Westbahn vielleicht!

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Ratingen. Rund 70 Gäste folgten der Einladung des Unternehmensverbands Ratingen (UVR) zur Veranstaltung „Auf ein Wort mit Minister Oliver Krischer“ in den Räumlichkeiten von DKV Mobility in Ratingen.

Nach der Begrüßung durch den UVR-Vorsitzenden Olaf Tünkers und einem Einblick in die Aktivitäten von DKV Mobility durch CTOO Jesper Erichsen stand der Austausch mit dem nordrhein-westfälischen Verkehrsminister im Mittelpunkt.

Krischer machte deutlich, dass die Verkehrsinfrastruktur in Nordrhein-Westfalen vor grundlegenden Herausforderungen steht. „Wir haben über Jahrzehnte eine Infrastruktur aufgebaut, ohne uns ausreichend um ihren Erhalt zu kümmern“, so der Minister. Heute liege der Fokus klar auf Sanierung und Modernisierung, insbesondere bei Brücken, Straßen und dem Schienennetz.

Positiv hob Krischer hervor, dass durch zusätzliche Investitionsmittel, unter anderem aus dem Sondervermögen des Bundes, erhebliche Mittel für Nordrhein-Westfalen zur Verfügung stehen. Diese sollen in erster Linie in die Erhaltung der bestehenden Infrastruktur fließen. Gleichzeitig werde auch in den Ausbau investiert, etwa in den öffentlichen Nahverkehr und in neue Radverkehrsprojekte.

Im Mittelpunkt des Abends stand die Entwicklung des Verkehrs in der Region, insbesondere der Lückenschluss der A44 sowie die Perspektiven der Ratinger Westbahnstrecke.

NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer stellte zum Lückenschluss der A44 klar: Die Finanzierung des Projekts ist gesichert, der Umsetzung steht nichts Grundsätzliches mehr entgegen. Damit geht eines der zentralen Infrastrukturprojekte für die Region in die entscheidende Phase. Für den Wirtschaftsstandort Ratingen ist dies von erheblicher Bedeutung, da die Autobahnverbindung eine wesentliche Entlastung der bestehenden Verkehrsachsen verspricht.

Deutlich komplexer stellt sich hingegen die Situation bei der Reaktivierung der Ratinger Westbahn dar. Krischer betonte, dass die Strecke über ein gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis verfügt und durch das Land unterstützt wird. Sie habe das Potenzial, die Region besser an das Ruhrgebiet anzubinden und zusätzliche Mobilitätsangebote zu schaffen.

Im Verlauf der Diskussion machte der Minister deutlich, dass er das Projekt ausdrücklich befürwortet. Auf die Frage des Ratinger Bürgermeisters Patrick Anders nach dem realistischen Zeithorizont, ob eher fünf oder eher zwanzig Jahre, deutete Krischer an, dass eine Perspektive im Bereich von rund fünf Jahren erreichbar sein könnte.

Gleichzeitig machte der Minister deutlich, dass Planung und Umsetzung solcher Projekte mit erheblichen Herausforderungen verbunden sind. Neben langwierigen Planungsverfahren spielen insbesondere begrenzte personelle Kapazitäten sowie Abstimmungsprobleme zwischen den verschiedenen Ebenen eine zentrale Rolle. Auch die Abhängigkeit von bundesweiten Entscheidungen und der Deutschen Bahn bleibt ein wesentlicher Faktor.

In diesem Zusammenhang führte Krischer aus, dass geprüft werde, bestimmte Projekte von der DB InfraGO auf die Landesebene zu verlagern, um Planungs- und Umsetzungsprozesse zu beschleunigen. Hintergrund sei unter anderem die begrenzte Personalkapazität bei der DB InfraGO. Ein solcher Ansatz werde nach Darstellung des Ministers auch innerhalb der Deutschen Bahn unterstützt.

Auch bei der L239 zeigte sich der Minister vorsichtig optimistisch und stellte Fortschritte im Planfeststellungsverfahren in Aussicht.

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