Düsseldorf. Das Ortskuratorium Düsseldorf der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) lädt am Freitag, 10. April, um 14 Uhr zum Vortrag „Utopie trifft Realität. Das Haus Mayer-Kuckuk“ von Andrea Köhler und Hartmut Witte in die Architektenkammer NRW, Zollhof 1, ein. Köhler und Witte sind Denkmaleigentümer und Bewohner von Haus Mayer-Kuckuk, einem Experimentalbau aus dem Jahr 1967 des Düsseldorfer Architekten Wolfgang Döring (1934-2020), der mit seinem utopistischen Äußeren immer wieder Aufsehen erregt. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, wird um Anmeldung unter www.denkmalschutz.de/anmeldung gebeten. Der Eintritt ist frei, um Spenden für die Arbeit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz wird gebeten.
In Bad Honnef am Rhein steht dieser Prototyp der Modularchitektur für den Hausbau der 1960er Jahre. Bereits 25 Jahre nach seiner Erbauung sollte das Haus Mayer-Kuckuk des Visionärs Professor Wolfgang Döring unter Denkmalschutz gestellt werden – ungewöhnlich für ein so junges Gebäude. Das Besondere des Hauses ist seine Konstruktion: 20 Meter lang, 5 Meter breit. Auf 16 Punktfundamenten steht ein Ständerwerk aus gleich vielen Stützen und 24 horizontalen Doppelträgern aus Fichten-Leimbindern. In diese ist der zweistöckige Baukörper aus Sandwichplatten eingefügt. Das Ständerwerk steht dabei außerhalb des Hauses – in sich ausgesteift quer mit 96 Trapezplatten und längs durch vier Kreuzverspannungen aus Stahl.
Es ist ein Haus aus in der Fabrik vorgefertigten Bauteilen, innerhalb von nur sechs Tagen montiert. Für die Serienproduktion von Haus Mayer-Kuckuk gab es zu wenige Interessenten, deshalb entstand nur dieser Prototyp. Das Haus blieb ein Experiment – auf der einen Seite mit großen Vorzügen in seiner kurzen Bauzeit und der freien Raumgestaltung im Innenraum. Allerdings erwies sich die Holzkonstruktion, die das Gebäude trägt, als anfällig. Der fehlende konstruktive Schutz gegen Regen und Kondensation hatte Schäden zur Folge, die sich ab 2012 als nicht mehr reparabel erwiesen. Die Eigentümer und Bewohner seit 1988 standen vor der Wahl, das Haus aufzugeben oder die komplette Rekonstruktion des Ständerwerks zu wagen. Andrea Köhler und Hartmut Witte nahmen die restaurative Herausforderung an. In ihrem Vortrag berichtet das Ehepaar über dieses neuerliche Experiment und die Unterstützung durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz


