Auf harter Tour: Crash Kurs NRW

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Ratingen/Lintorf. Die Statistik spricht eine klare Sprache: Jugendliche und junge Erwachsene sind überproportional oft die Verursacher von schweren Unfällen. Am Dienstag, 20. Januar, absolvierten fast 400 Schülerinnen und Schüler des Ratinger Carl-Friedrich-von-Weizsäcker-Gymnasiums, des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums, des Kopernikus-Gymnasiums Lintorf und der Martin-Luther-King-Gesamtschule in der Stadthalle Ratingen diesen ganz besonderen Crash-Kurs.

Am Anfang war das jugendliche Publikum aus den Oberstufen noch recht überschwänglich und lebhaft: fröhliches Getuschel, lockere Sprüche. Doch im Laufe der rund einstündigen Veranstaltung sah man dann immer mehr nachdenkliche Gesichter. „Wir kennen diesen Effekt schon“, berichtet Moderatorin und Polizeihauptkommissarin Anja Stropp. „Der Grund sind die eindringlichen Schilderungen des Crash-Kurs-Teams auf der Bühne.“

Und die haben es in sich, sind unterlegt mit Fotos und Soundbeispielen: Polizeihauptkommissarin Annika Schoch, die aus einem herrlichen Sommertag herausgerissen wird und den Unfall eines 19-jährigen Motorradfahrers aufnehmen muss, der mit Freunden zu einer übermütigen Spritztour aufbricht, die tödlich endet. Rettungssanitäter Mark Fehl, der die Bilder von der verbrannten Leiche einer jungen Frau in einem Kleinwagen nicht mehr aus seinem Kopf bekommt. Notfallseelsorgerin Petra Czekalla, die immer noch gegen die Tränen kämpft, als sie schildert, wie es ist, wenn man einem 10-Jährigen sagen muss, dass seine Mutter totgefahren wurde. Und Kirsten Niquet als Tochter eines Mannes, der betrunken zwei Menschen überfuhr.

Sie erzählten auf der Bühne nicht aus Büchern, sondern von ihrem Leben, von Unfällen, die in den letzten Jahren in der Region Ratingen wirklich passiert sind. Von Momenten voller Blaulicht und Einsätzen, die sie nie vergessen werden und von Momenten, in denen sie sich fragen mussten: „Wie sage ich es den Eltern?“ Durch die eindringlichen, ganz persönlichen Schilderungen wurde so aus einer Meldung in der Zeitung und einem abstrakten Unfallgeschehen ein beeindruckendes, emotional anspruchsvolles Plädoyer für mehr Verkehrssicherheit, das seine Wirkung auf die Schülerinnen und Schüler nicht verfehlte.

Die Emotionen waren dabei kein Selbstzweck. Anja Stropp: „Uns geht es nicht um Show und Schockeffekte, sondern um ein ganz konkretes Anliegen.“ Diese Botschaft versuchten die Akteure auf der Bühne den gebannt zuhörenden Schülerinnen und Schülern zu vermitteln: Verkehrsunfälle passieren in den meisten Fällen nicht einfach so, sie haben konkrete Ursachen im Fehlverhalten von Menschen, die Regeln missachten. Nicht die Straße ist gefährlich – sondern ein einziger falscher Moment. Und jeder kann entscheiden, diesen Moment zu verhindern.

Viel „Lernstoff“ also, den die Schülerinnen und Schüler so nicht erwartet hatten. Und den sie deshalb bestimmt in Erinnerung behalten.

Weitere Info rund um „Crash Kurs NRW“ gibt es im Internet unter https://polizei.nrw/artikel/realitaet-erfahren-echt-hart.

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