Zweites Bienenhotel schon ausgebucht

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Ratingen. Vielen Spaziergängern ist sie längst vertraut, die Wildbienen-Nistwand samt interaktiven Schautafeln am Ende des Cromfordparks, kurz vor dem Stellwerkhäuschen der Kalkbahn. Jetzt können sich auch Besucher des Erholungsparks Volkardey an einer ganz ähnlichen Nistwand erfreuen. Der Ratinger Bernt Westarp, dem die Artenvielfalt ein Herzensanliegen ist, unterstützte über seine Stiftung auch dieses zweite Projekt mit einer großzügigen Spende.

Das Kleinod am Biotop Cromford lädt immer wieder zum Verweilen und Beobachten der verschiedenen Wildbienenarten ein. Die warmen Temperaturen lockten bereits im März die ersten Insekten zum Start in die zweite Saison an. Dort kann man spannende Beobachtungen machen, zum Beispiel, wie die Wildbienen in die für sie genau passende Niströhre ein- und ausfliegen oder die Brutröhre mit ihrem unverwechselbaren Pfropfen verschließen. So verraten die verschiedenartigen Nestverschlüsse aus Sand, Lehm, Steinchen, Harz, Pflanzenhaaren oder zerkauten Blättern, welche Arten sich mittlerweile eingefunden haben. Seit Mai letzten Jahres wurden die Niströhren von den verschiedenen Wildbienen- und Solitärwespenarten, zum Beispiel Mauer-, Scheren-, Masken-, Woll-, Furchen-, Löcher-, Pelz-, Seidenbienen, Lehm- und Grabwespen, direkt angenommen.

All das wird jetzt auch im Erholungspark Volkardey zu beobachten sein. Bürgermeister Klaus Pesch dankte dem Stifter Bernt Westarp anlässlich der Übergabe herzlich für sein Engagement für die heimische Natur. „Ich freue mich sehr, dass wir immer mehr Projekte zum Schutz der Artenvielfalt in unserem Ratingen durchführen können. So kann sich jeder direkt vor der Haustür an dem munteren Summen erfreuen.“

Denn abgesehen von den beiden großen „Bienenhotels“ wurden Dank der Spende der Bernt-Westarp-Stiftung und in Kooperation mit den WfB-Werkstätten des Kreises Mettmann auch zehn weitere Nisthilfen, sogenannten xl Beenies, überall im Stadtgebiet aufgestellt. Genauso wichtig wie die Nisthilfen sind nektar- und pollenspendende Pflanzen, die in direkter Umgebung des Nistplatzes wachsen. Am besten nicht weiter als 300 Meter, denn der Flugradius der Wildbienen ist viel geringer als bei der Honigbiene. Um die verschiedenen Insektenarten mit ihren individuellen Pflanzenvorliebe im gesamten Stadtgebiet zu unterstützen, wurden vom Amt Kommunale Dienste im direkten Umfeld Wildblumenwiesen neu angelegt.

Weitere Aktionen zum Schutz von Insekten und heimischer Tier- und Pflanzenwelt sind bereits in die Wege geleitet. Im Spätherbst beginnen auf den ersten Pilotflächen die Arbeiten zur naturnahen Umgestaltung öffentlicher Grünflächen. Ebenso wird es eine Aktion „Blühstreifen“ gemeinsam mit der Ortsbauernschaft Ratingen/Heiligenhaus geben.

Weitere Information zum Wildbienenschutz, geeignete Pflanzen und Nisthilfen für Balkon und Garten und die städtische Broschüre „Blühende Vorgärten“ gibt es beim Umweltamt, klaus-dieter.moench@ratingen.de oder Telefon 02102/550-6734.

Bei der offiziellen Übergabe trafen sich (von links) Umweltdezernent Martin Gentzsch, Bürgermeister Klaus Pesch, Antonia und Bernt Westarp sowie Thomas Günther (Werkstätten für Behinderte Kreis Mettmann). (Foto: Stadt Ratingen) 

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