Zurück zur jüdischen Schule Weimars?

Werbung

Essen. Am Donnerstag, 13. Dezember, um 19 Uhr, findet der Vortrag „Zurück zur jüdischen Schule in der Weimarer Zeit“ im Seminarraum der Alten Synagoge, Edmund-Körner-Platz 1, statt. Die Referentin ist Ursula Reuter (Bibliothek Germania Judaica, Köln). Der Eintritt ist frei.

Vor zwei Jahren gründete die jüdische Gemeinde Düsseldorf ein Gymnasium. In anderen Großstädten wie Köln wird über die Errichtung einer jüdischen Sekundarschule nachgedacht. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen wird ein Rückblick auf die pädagogischen Entwicklungen und Debatten in den 1920er Jahren geworfen.

Das erste jüdische Gymnasium, in dem Schüler aus dem Rheinland und benachbarten Regionen allgemeine und jüdische Bildung erwerben konnten, war das „Reform-Realgymnasium Jawne“ in Köln (1919-1942). Gegründet wurde sie direkt nach dem Ersten Weltkrieg auf Initiative der orthodoxen Rabbiner Dr. Benedikt Wolf und Dr. Emanuel Carlebach. Die Jawne war Ausdruck eines deutschlandweit wirksamen Trends: Während die Zahl der jüdischen Volksschulen vor allem auf dem Land in den 1920er Jahren stark zurückging, entstanden in diversen Großstädten – insbesondere in Berlin – neue jüdische Schulen. Die Begegnung mit dem jüdischen Leben in Osteuropa während des Krieges, die kulturell-religiöse jüdische Renaissance der 1920er Jahre, die neuen Ansätze der Reformpädagogik, aber auch der zunehmende Antisemitismus wirkten als Faktoren auf die praktische Entwicklung und die Diskussion über das jüdische Schulwesen in der Weimarer Republik ein.

Foto: Elke Brochhagen

Werbung