Zahlenwirrwarr beim Coronavirus

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Kreis Mettmann. Der Kreis hatte bislang bei der Berichterstattung über das Coronavirus alle Fälle aufgeführt, in denen es offensichtlich durch engen Kontakt zu einem Erkrankten (etwa im Familienverbund) zu Ansteckungen und – durch eindeutige Symptome untermauerte – Erkrankungen kam. Das Land will jetzt aber, dass ausschließlich labortechnisch bestätigte Krankheitsfälle genannt werden. Dadurch ergeben sich – je nach Betrachtung – erhebliche Unterschiede in den Berichtszahlen.

Für den Kreis Mettmann bedeutet das: In der Fallbearbeitung des Kreisgesundheitsamtes sind bisher seit Beginn der Erfassung insgesamt 973 Erkrankungsfälle verzeichnet. Davon werden allerdings seitens des Landes lediglich 757 Fälle als labortechnisch nachgewiesen in die statistische Auswertung übernommen.

Analog gelten im Kreis Mettmann bisher 567 Erkrankte als inzwischen genesen, wobei Land und Robert-Koch-Institut davon lediglich 397 Fälle berücksichtigen.

„Uns wäre es bedeutend lieber gewesen, bei unserer differenzierten Darstellung bleiben zu dürfen“, erklärt Gesundheitsamtsleiter Rudolf Lange. „Die aus dem epidemiologischen Zusammenhang eindeutig diagnostizierten Fälle aus der Betrachtung herauszunehmen, blendet deren Existenz aus oder verbannt sie in den Dunkelzifferbereich.“

Um auf Kreisebene diese Transparenz schnellstmöglich wiederherzustellen, wird das Gesundheitsamt nun auch die Fälle, die eigentlich keiner labortechnischen Bestätigung bedürfen, dennoch testen lassen.

Rudolf Lange: „In der Vergangenheit haben wir darauf bewusst verzichtet, weil zum einen die Diagnose aufgrund des epidemiologischen Zusammenhangs eindeutig war und zum anderen die Testressourcen knapp waren.“ Inzwischen sind die Testkapazitäten vorhanden, sodass der Kreis künftig bei jedem Erkrankungsfall auf eine weitergehende medizinische Abklärung und Labortestung hinwirken wird.

Foto: Pixabay

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