Wo sich der Immobilienkauf für Pendler lohnt

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Düsseldorf. Hohe Immobilienpreise in den Metropolen treiben Wohnungskäufer ins Umland. In Düsseldorf hat der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Eigentumswohnungen aus dem Bestand im vergangenen Jahr die 4.000-Euro-Marke durchbrochen und lag bei gut 4.118 Euro. In den Umlandkreisen war der Quadratmeter im Schnitt mindestens rund 1.500 Euro günstiger. Kaufinteressierte fassen daher Objekte jenseits der Stadtgrenzen ins Auge. Wer aber in der Rhein-Metropole arbeitet, sollte vor dem Immobilienkauf genau kalkulieren und dabei Fahrtkosten und -zeit einbeziehen. Das Hamburgische WeltwirtschaftsInstitut (HWWI) hat für die Postbank eine Modellrechnung entwickelt, mit der sich diese Pendelkosten beziffern lassen. Der Postbank Wohnatlas 2020 zeigt, wann die Ausgaben für das Pendeln den Preisvorteil des Immobilienerwerbs im Umland aufgezehrt haben.

Längere Arbeitswege gehen ins Geld: Fahrscheine im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) oder das Auto wollen bezahlt sein. Zudem frisst die tägliche Fahrt zur Arbeit Zeit. In der Modellrechnung wird jeweils der Kauf einer durchschnittlich teuren 70-Quadratmeter-Wohnung in Düsseldorf mit dem Erwerb einer vergleichbaren Wohnung in einer der größeren Städte im Umland verglichen. Danach profitieren Pendler aus Duisburg am längsten vom günstigeren Wohnungskauf: Der Kaufpreisvorteil ist bei täglicher Fahrt mit Bus und Bahn zur Arbeit erst nach rund 60 Jahren aufgebraucht, bei der Fahrt mit dem Auto reduziert sich diese Zeitspanne auf gut 20 Jahre. Auch Pendler, die nach Erkrath oder Neuss ziehen, profitieren laut Modellrechnung knapp 50 Jahre von der Ersparnis – vorausgesetzt sie fahren mit der Bahn. Autofahrer zehren den Kostenvorteil nach gut 23 Jahren (Erkrath) und 26 Jahren (Neuss) auf. Weitere Standorte, in denen der Immobilienkauf auch nach mehr als 25 Jahren Pendeln günstiger bleibt als das Investment im Düsseldorfer Stadtgebiet, sind Hilden, Ratingen, Meerbusch und Mettmann.

Die Modellrechnung zeigt, dass der Umzug in angrenzende Städte aufgrund des Preisgefälles im Vergleich zur Metropole nach wie vor attraktiv ist. Dabei gilt im Düsseldorfer Umland: Je kürzer die Fahrtzeit, umso länger lohnt sich ein Investment. Wer mit der Bahn weniger als eine Viertelstunde benötigt, darf knapp 50 Jahre und länger profitieren. Verlängert sich die Fahrtzeit auf bis zu 20 Minuten, profitieren Käufer immer noch rund drei Jahrzehnte und länger. Wer länger als eine halbe Stunde mit Bus und Bahn unterwegs ist, sollte noch einmal genau rechnen. Denn in diesen Fällen sind die Kaufpreisvorteile im Umland bereits nach spätestens 17 Jahren aufgezehrt.

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