Wie sicher ist die Stromversorgung?

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Lintorf. Einem eher ungewöhnlichen Thema nahm sich der Verein Lintorfer Heimatfreunde am vergangenen Dienstag an: der Sicherheit der Stromversorgung Deutschlands in Zeiten der Energiewende. Andreas Preuß (links), Pressesprecher des Dortmunder Stromübertragungs-Netzbetreibers Amprion, erklärte den knapp 20 sehr interessierten Zuhörern zunächst die Aufgaben eine Übertragungs-Netzbetreibers, bevor er die Herausforderung der Integration erneuerbarer Energien in der Stromversorgung thematisierte.

Preuß begrüßte die Anwesenden als stellvertretender Vorsitzender des Heimatvereins, um dann über die Stromversorgung zu sprechen. „Ein Thema, das wenige interessiert“, sagte Preuß. Für die meisten käme der Strom eben aus der Steckdose.

Er wies daraufhin, dass wegen des Ausstiegs aus der Kernenergie die süddeutschen Länder künftig sehr viel Strom „importieren“ müssten. Dieser Strom werde künftig vorwiegend an den deutschen Küsten oder auch auf See erzeugt. Der Strom müsse deshalb über weite Strecken in den Süden transportiert werden.

„Für diese Aufgabe ist das deutsche Netz nicht vorbereitet“, so Preuß. Früher sei der Strom vorwiegend in der nähe der Verbrauchszentren erzeugt worden. Die Kraftwerke standen in der Nähe der großen Städte und der Instustrie, also vor allem im Ruhrgebiet, im Städtedreieck Düsseldorf, Aachen und Köln oder in den süddeutschen Industrieregionen. „Der Strom musste vielleicht über 1oo oder 200 Kilometer transportiert werden“, erklärte Andreas Preuß. Künftig aber einmal quer durch Deutschland.

Die Transportkapazitäten seien dafür nicht vorhanden. Gerade im Januar und Februar habe sich gezeigt, dass das deutsche Netz an seine Kapazitätsgrenzen stoße. In süddeutschen konventionellen Kraftwerken herrschte Kohlemangel wegen des Niedrigwassers der Flüsse, die Kohle konnte nicht angeliefert werden.In Frankreich, Belgien und Italien waren zahlreiche Kraftwerke ungeplant nicht verfügbar. In Österreich und der Schweiz konnten die Wasserkraftwerke wegen historischer Niedrigstände in den Speicherseen nur bedingt Strom liefern. „Vor allem konventionelle Kraftwerke in West- und Norddeutschland liefen in der Zeit auf Hochtouren“, berichtete Preuß. Alternative Energien gab es zu der Zeit kaum, da wenig Wind wehte und die Sonne auch selten zu sehen war.

„Unsere Nord-Süd-Leitungen waren in den Wochen völlig überlastet. Instandhaltungen mussten wir verschieben, weil die Leitungen einfach gebraucht wurden“, so Preuß. Nach dem Vortrag diskutierten die Zuhörer ausführlich und engagiert über das Thema.

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