Wie perfekt müssen Mütter heute sein?

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Essen. Zwei Frauen sind bei der nächsten „Lesart“ am Dienstag, 12. Juni, im Essener Grillo-Theater zu Gast, die jede auf ihre ganz eigene Weise das Thema Muttersein beschrieben hat. Unter dem Titel „Immer perfekt? – Mütter unter Erwartungsdruck“ diskutieren Antonia Baum und Barbara Tóth ab 20 Uhr im Café Central International mit WAZ-Kulturchef Jens Dirksen und Deutschlandfunk-Kultur-Moderator Christian Rabhansl. Der Eintritt kostet acht Euro. Karten gibt es im Vorverkauf im TUP-Ticketcenter, Telefon 0201/81 22-200, und in der Buchhandlung Proust, Telefon 0201/8396840.

Antonia Baum führt das typische Leben einer jungen, privilegierten Frau in einer Großstadt: interessanter Job, feste Beziehung, urbane Annehmlichkeiten. Doch dann wird sie schwanger – und plötzlich verändert sich ihr Blick auf ihr Leben völlig. In ihrem Buch „Stillleben“, das kürzlich bei PIPER erschienen ist, schildert Baum, die bereits mehrere Romane (u. a. 2016 „Tony Soprano darf nicht sterben“) veröffentlicht hat und seit 2012 Redakteurin im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung ist, was sie erlebt hat. Und dabei kommt sie auch auf die ganz großen gesellschaftlichen Themen zu sprechen: wie Erfolgreiche und Abgehängte nebeneinanderher leben, wie man Mutterschaft und ein eigenes Leben verbindet, weshalb man sich mit Kind plötzlich in altmodischen Beziehungsmodellen wiederfindet und warum Mütter es eigentlich niemandem recht machen können.

Wie es Müttern in Patchworkfamilien ergeht, darüber hat Barbara Tóth ein spannendes Buch mit dem Titel „Stiefmütter, Leben mit Bonuskindern“ geschrieben, das im April im Residenz Verlag erschienen ist. Darin stellt Tóth ganz offen Fragen wie diese: Wie gehen Frauen damit um, wenn die Kinder ihres Partners sie ablehnen oder wenn es ihnen nicht gelingt, Gefühle für ihre „Bonuskinder“ zu entwickeln? Was passiert, wenn das Zusammenleben mit dem neuen Partner an der Kinderfrage zu scheitern droht? Ungeschönt, ehrlich und zuversichtlich beleuchtet die promovierte Historikerin, Buchautorin und Journalistin, die seit zehn Jahren für die Wiener Wochenzeitung „Falter“ über die Themen Politik, Gesellschaft und Zeitgeschichte schreibt, das Idealbild der Mutter im deutschsprachigen Raum. Außerdem thematisiert sie typische Stiefmutterklischees, erzählt von den vielfältigen und überraschenden Formen von Stiefmutterschaft in der Tierwelt und stellt in ihrem Buch internationale sowie nationale Studien zum Thema aus den Bereichen Familienforschung, Soziobiologie, Anthropologie und Psychologie vor.

Antonia Baum (Foto: Andreas Hornoff)

 

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