Wenn das virtuelle Leben aus dem Ruder läuft

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Essen. Wer wünscht sich das nicht: Einmal die Fäden selber ziehen und über das eigene Schicksal und das vieler seiner Mitmenschen entscheiden. So jedenfalls geht es dem 16-jährigen Louis, der zentralen Figur in Andréanne Jouberts und Jean-François Guilbaults Jugendstück „Unter W@sser“, das am Freitag, 9. Februar, 19 Uhr wieder in der Box des Schauspiels Essen aufgeführt wird. Der Eintritt kosten 17 Euro, Kartenvorverkauf unter Telefon 0201/81 22-200 oder online unter www.schauspiel-essen.de. Weitere Vorstellungen gibt es  am 1., 9. und 22. März, jeweils 19 Uhr.

Louis steht auf Superhelden und träumt von Superkräften. Als er durch Zufall die Zugangsdaten zum Intranet der Schule herausfindet, scheint plötzlich alles möglich: Noten verändern, Lösungen für alle Prüfungen einsehen und und und. In einem Online-Forum erfindet er sich als Heldenfigur neu, gibt sich den Namen Narzissus und schart seine Mitschüler als Follower um sich: „Ihr wünscht euch etwas? Bittet, so wird euch gegeben.“ Louis‘ Schwester Eko, die Schulschönheit, testet Narzissus‘ Fähigkeiten mit Erfolg und erzählt bald überall herum, sie und der Unbekannte seien ein Paar. Sie schickt ihm sogar ein Nacktfoto von sich! Auch die introvertierte Sedna glaubt, in Narzissus ihren Traummann gefunden zu haben. Doch Louis‘ virtuelles zweites Leben läuft immer mehr aus dem Ruder. Spätestens an dem Tag, an dem das Nacktfoto seiner Schwester im Online-Forum auftaucht, merkt Louis, dass ihm sein Spiel längst entglitten ist …

Die kanadischen Autoren Andréanne Joubert und Jean-François Guilbault haben ein faszinierendes und zugleich schockierendes Stück über die Einsamkeit des Erwachsenwerdens und die Macht(losigkeit) des Einzelnen im Internet geschrieben. 2014 wurde „Unter W@sser“ mit dem Prix Louise Lahaye für das beste Jugendstück aus Québec ausgezeichnet und war 2016 für den Deutschen Hörspielpreis der ARD nominiert.

In der Inszenierung von Regisseurin Marieke Werner, die für Jugendliche ab 14 Jahren geeignet ist, spielen Alexey Ekimov, Henriette Hölzel und Aless Wiesemann. Bühne, Kostüme und Videografie: Friederike Külpmann; Musik: Asita Tamme; Dramaturgie: Vera Ring.

 

Szenenfoto: Matthias Jung

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